Aufbruch 1990: Susanne Lenz im August 1990 vor dem Verlagsgebäude an der Karl-Liebknecht-Straße.
Foto: Elsa Lenz

Berlin - Am Tag, an dem alles anfing, stand ich in einer Dunkelkammer in Hannover und entwickelte Filme. Schabowskis berühmte Worte in der Pressekonferenz hörten wir im Radio. Wir, das waren außer mir ein paar Kommilitonen aus dem Studiengang an der Hochschule. „Das würde ja bedeuten, dass es die Mauer nicht mehr gibt“, sagte ich. Und dachte: Das kann ja nicht sein. Wir stellten das Radio ab und gingen nach Hause.

Dass es doch sein konnte, erfuhr ich am nächsten Morgen durch einen Anruf meiner Mutter. Zum Glück hatte ich ohnehin vorgehabt, an dem Tag nach Berlin zu fahren. Dort lebte ich seit 1987 mit meinem Freund Roberto, einem Amerikaner aus New York. Unsere Wohnung in einem Hinterhaus in Kreuzberg lag im fünften Stock, wir heizten mit Kachelöfen, es gab kein Bad. Vor dem Balkon stand eine Kastanie, hinter dem Baum konnten wir die Sonne untergehen sehen.

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