Das Vorzimmer des Büros von Erich Mielke in der Normannenstraße in Berlin-Lichtenberg. Der Minister gratulierte meinem Opa persönlich zum 50. Geburtstag. 
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imago stock&people

Dieser Text handelt von meinem Opa, einem Offizier des Ministeriums für Staatssicherheit. Als Enkel schreibe ich aus einer sehr persönlichen Perspektive, aber ich schreibe auch mit dem Abstand, den ich als fast 50-Jähriger zu den Ereignissen von damals habe, 30 Jahre nach dem Fall der Mauer. Und ich habe heute nicht nur meine vielen Erinnerungen, sondern auch Personalakten des MfS zur Hand.

Über meinen Opa möchte ich vor allem deshalb reden, da er, der bei seiner Frühpensionierung Ende 1983 im Alter von 54 Jahren den Rang eines Oberstleutnant des MfS innehatte, bei vielen Menschen ein Kopfkino auslöst, das meiner Meinung nach wenig mit der Realität zu tun hat. Ich will versuchen, mit meinem Blick auf Franz Lengsfeld einen Beitrag zu den Debatten liefern, die im Moment geführt werden: über Karrieren und das Leben in der DDR, auch über Verantwortung. Es sind Debatten, die ich oft als zu schwarz-weiß empfundenen habe.

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