Berlin - Im Westen wäre sie nie in der Modebranche gelandet, nie. Hätte sie gar nicht gewollt. Diesen Weg hat die Modedesignerin Ute Lindner der DDR zu verdanken. Dabei rollte ihr das Land von Beginn an jeden Stein vor die Füße, der am Wegesrand lag. Und als sie sich endlich mit ihrem Talent durchgesetzt und berufliche Positionen abgesteckt hatte, fiel die Mauer und begrub krachend alle ihre Karrierepläne unter sich. Die Steine auf ihrem Berufsweg nahmen nun monströse Ausmaße an, bedrohten ihre Existenz.

Ute Lindner öffnet die Tür zu dem kleinen Gartenatelier hinter ihrem Haus in Panketal bei Berlin, kühles Winterlicht fällt durch das Dachfenster und raumhohe Glasfronten. Früher war das mal ein Schuppen. Jetzt dominieren hier ein langer Schneidertisch und Ständer mit Teilen ihrer aktuellen Kollektion. Ute Lindner, groß, schmal, zart, trägt Jeans unter einem weichen Wollblazer – und strahlt: Genauso hatte sie sich ihren Pracht-Bildband „Zwischen Schein und Sein“ vorgestellt, der kürzlich ausgeliefert wurde. Er versammelt Modegrafiken von 1960 bis 1990, Arbeiten der besten Designerinnen und Designer aus dem Osten, dazu zwei brillante Essays zum Thema von Wolfgang Joop und Mathias Bertram.

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