Autorin Ruth Herzberg
Foto: Ostkreuz/Sebastian Wells

Ich wurde 1975 in Ost-Berlin, Hauptstadt der DDR, geboren, ging in einen evangelischen Kindergarten, fiel schon wegen meines Vornamens in der Schule aus dem Raster und weigerte mich 1981 standhaft, in den Hort zu gehen und den Jungpionieren beizutreten. Ich hatte einfach keine Lust darauf, mehr Zeit als unbedingt nötig in der Schule zu verbringen.

Ich bin eigentlich gar nicht in der DDR, sondern in einer Parallelwelt aufgewachsen. Das kam so: Meine Großeltern und ihre Freunde waren Juden, hingen seit dem 2. Weltkrieg aber einer neuen Religion an: dem Kommunismus. Sie waren nach der Emigration hierher zurückgekehrt, beseelt von dem Glauben, dass der Aufbau eines besseren Deutschland möglich wäre.

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