Steffen Uhlmann in Italien, 1983.
Foto: Privat

BerlinEigentlich hätte ich am liebsten mit ihr einen Flirt angefangen – schon wegen ihrer deutschen Sprache mit dem weichen französischen Akzent. Das hätte mir gutgetan in diesem sterilen Verhörraum der französischen Alliierten im Notaufnahmelager Berlin-Marienfelde. Bei den Amerikanern und Engländern war ich bereits zum „Gespräch“ gewesen. Sie hatten mich weitergeschickt und mir damit noch mehr Nervenkrieg erspart. Und jetzt flirten, von wegen.

„Haben Sie für das Ministerium für Staatssicherheit gearbeitet?“, fragte sie und schaute mir forschend in die Augen: „Sie haben.“ Den „Beweis“ dafür hielt sie ja in den Händen: meinen blauen DDR-Pass. Die Visa für Holland, Schweden, Italien oder Griechenland, vor allem aber die vielen Stempel von 1988, die meine ständigen Wechsel zwischen Ost- und West-Berlin belegten, hatten mich in ihren Augen längst entlarvt.

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