BerlinVom Ettersberg blickten wir hinab auf Weimar. Goethe und Schiller existierten für uns nie losgelöst vom KZ Buchenwald, das sich hier befand. Wir wussten: Humane Ideen prallen in der Geschichte immer wieder auf militante Ideologien und bilden ein paradoxes Zugleich, das alles simple Reden von Freiheit und Menschlichkeit obsolet erscheinen ließ. Die Geschichte erschien uns voller Brüche.

Das ist der Erfahrungsraum, in dem all jene Ostdeutsche aufwuchsen, die heute zumindest Ende vierzig sind. Die Gründungsidee der DDR war, ein „anderes Deutschland“ als das untergegangene Nazi-Deutschland zu sein, ein besseres, von humanistischen Ideen geprägtes. Aber die schöne Idee blieb eben auch von einer stalinistischen Hypothek belastet, einer gewaltsamen Herrschaftsideologie.

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