Berlin -  Vor sieben Jahren, am 27. Januar 2014, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, hielt der russische Schriftsteller Daniil Granin im Bundestag eine Rede. Siebzig Jahre zuvor, am 27. Januar 1944, war nach fast 900 Tagen der Belagerungsring der deutschen Wehrmacht um Leningrad von der Roten Armee durchbrochen worden. Die Blockade hatte mindestens 800.000, wahrscheinlich aber mehr als einer Million Menschen das Leben gekostet.

Parlamentspräsident Norbert Lammert zitierte in der Feierstunde des Bundestages eine Anweisung an die militärische Führung der Wehrmacht vor Ort. „Ein Interesse an der Erhaltung auch nur eines Teiles dieser großstädtischen Bevölkerung besteht in diesem Existenzkrieg unsererseits nicht.“ Der Tod der drei Millionen Bewohner Leningrads war eingeplant, die „Großsiedlung“ sollte nicht erobert, sondern als Wiege des sogenannten jüdischen Bolschewismus von der Landkarte getilgt werden.

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