Man kann Lichterketten bilden, das Peace-Zeichen mit Blüten auf das Pflaster eines großen Platzes legen, Konzerte organisieren oder auf andere Weise seinem Wunsch nach Frieden öffentlich Ausdruck geben. Meistens fühlt sich dadurch niemand belästigt.Doch Ute Donner aus Friedrichshain hat mit ihrer "Writers Corner" auf dem Alexanderplatz jetzt Unmut hervorgerufen. Nach dem Vorbild des "Speakers Corner" im Londoner Hyde Park fordert die Aktionskünstlerin seit dem 17. September jeden Nachmittag Passanten auf, ihre Friedenswünsche nicht nur auszusprechen sondern sie aufzuschreiben und an die Säule der Weltzeituhr zu kleben. Mehr als 300 Zettel hängen dort schon - leicht lösbar mit Klebefilm befestigt.Die Kunstaktion wurde für einen Monat als "Spontan-Demonstration" angemeldet. Gestern beantragte Ute Donner eine Verlängerung bis Ende November. Die Polizei hat nichts dagegen. Doch jetzt verbietet das Tiefbauamt Mitte das Zettel-Ankleben an der denkmalgeschützten Uhr. Ein Polizist, der die Forderung des Amtes überbrachte, machte einen Kompromissvorschlag: "Nehmen Sie doch nachts alle Zettel ab, am nächsten Tag können sie die ja wieder ankleben. " Man stelle sich vor, Christo und Jeanne-Claude hätten ihre Planen vom denkmalgeschützten Reichstag auch allabendlich abgenommen.