Langenwetzendorf - Für Bürgermeister Kai Dittmann liegt die Zukunft seines Dorfes zwischen den grauen Deckeln eines Aktenordners. Dittmann sitzt im Gemeindehaus von Langenwetzendorf, einem Dorf im Thüringer Vogtland, und tippt auf eine lange Tabelle. Ganz unten steht eine Zahl: 290.000 Euro. So viel könnte Langenwetzendorf im Jahr zusätzlich einnehmen, hätte es 1000 Einwohner mehr. Gerade bemüht sich Dittmann daher, fünf Dörfer aus der Umgebung einzugemeinden, also in seine bereits aus zehn Orten zusammengesetzte Gemeinde aufzunehmen. Das ist ein Zukunftskonzept für schrumpfende ländliche Kommunen, nicht nur in Thüringen.

Einige Dörfer hat Langenwetzendorf bereits zu DDR-Zeiten aufgenommen, die meisten aber 1996. Sie waren schon damals zu klein, um manche Gemeindeaufgaben zu erfüllen. Heute geht es vor allem auch um bares Geld: Die Zuweisungen vom Land an die Gemeinden berechnen sich nach der Zahl ihrer Einwohner.

Mit den fünf zusätzlichen Dörfern käme Langenwetzendorf auf rund 4 700 Einwohner statt der aktuellen 3 596 – und damit hätten sie Anspruch auf genau die Summe mehr, auf die Dittmann mit seinem Zeigefinger klopft.