Auf dem leer stehenden Gelände der Riviera und des Gesellschaftshauses in Grünau wird es in diesem Jahr keinen Biergarten mehr geben. Wie Elke Schicktanz vom Eigentümer, der Treuhand Liegenschaftsgesellschaft (TLG), mitteilte, wären dafür zu hohe Investitionen nötig. Der Biergarten sollte an jener Stelle eingerichtet werden, an der bis Anfang Juli das ehemalige Kavaliershaus stand, das abgerissen wurde. "Der Untergrund ist zu holprig, und die Mehrkosten für eine Einebnung wären einfach zu hoch", sagt die TLG-Sprecherin. Man habe nämlich nicht nur einen provisorischen Kiosk mit Biertresen einrichten wollen, sondern "etwas richtig Gutes, was dorthin passt".Mit dem Ausschank sollte getestet werden, ob das Gelände am Dahmeufer überhaupt noch Touristen anzieht. Das 9 000 Quadratmeter große Areal mit den beiden Traditionslokalen Riviera und Gesellschaftshaus verfällt seit Jahren. In den vergangenen neun Jahren hat die TLG etliche Versuche gestartet, das Gelände zu verkaufen oder selbst zu entwickeln. Fast alle Interessenten wollten möglichst viele teure Wohnungen bauen, sprangen aber wegen der hohen Kosten ab. Die Denkmalschutzbehörde zeigte sich schließlich kompromissbereit nur noch die beiden Ballsäle sowie Einrichtung und Stuckatur des Riviera-Logenzimmers müssen erhalten werden. Im Juni sprachen sich die Köpenicker Bezirksverordneten dafür aus, den Denkmalschutz vollends aufzuheben und den Weg für den Abriss beider Gebäude freizumachen. Berlins oberster Denkmalschützer, Helmut Engel, warf darauf der TLG politische Stimmungsmache und Unbeweglichkeit vor. Ob durstige Ausflügler im nächsten Jahr an der Grünauer Riviera einkehren können, ist völlig offen: "Wir sind in ständigem Kontakt mit dem Bezirksamt, den Denkmalschutzbehörden und potenziellen Investoren für das Gelände", sagt Elke Schicktanz. (sk.)