So wie dieses Organisationsteam verständigen sich viele Arbeitsgruppen per Videokonferenz. 
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BerlinSascha Lobo hat den Begriff für diese extreme Zeit gefunden: Über „Netzwärme“ schreibt er in seiner aktuellen Spiegel-Online-Kolumne und freut sich über das soziale Engagement im Internet.  

Netzwärme, die muss auch am vergangenen Wochenende zu spüren gewesen sein, als  27.000 Entwickler, Programmierer, Grafiker, Designer und andere Kreative dem Aufruf der Bundesregierung gefolgt waren, um an dem Hackathon #WirVsVirus teilzunehmen. Die Digitalszene war aufgerufen, konkrete Lösungsvorschläge zu machen für die Fülle der großen und kleinen Probleme, die in Zusammenhang mit der Corona-Krise aufgetaucht sind.

„Ich bin immer noch überwältigt von dem gemeinsamen digitalen Spirit des Hackathons. Diese Initiative zeigt, dass auch wir digitale Vorreiter sein können, wenn wir es nur wollen“, sagte Dorothee Bär (CSU), Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung, der Berliner Zeitung. Es war der weltweit größte Hackathon.

Wie es ablief, schilderte die Teilnehmerin Melanie Uhlen in ihrem Blog: „Dann lief alles im Zeitraffer ab, was in Unternehmen normalerweise Monate dauert (wieso eigentlich, frage ich mich seit diesem Wochenende): Die Idee wurde geformt, die Zielgruppe des Projekts telefonisch interviewt, Arbeit in Pakete aufgesplittet, und dann ging es auch schon um die Umsetzung.“

Herausgekommen sind etwa 1500 Projekte, an denen zurzeit bundesweit gearbeitet wird. Wie lässt sich sicherstellen, dass Krankenhausbetten tatsächlich genutzt werden? Wie umgehen mit sozialer Distanz? Und warum nicht den Einlauf von Lebensmitteln so organisieren wie beim DriveInn, wo der Kunde nach der Bestellung seine Produkte selbst abholen kann? Das sind nur wenige Beispiele.    

Simone Orgel, früher Projektleiterin bei der Gesellschaftskonferenz re:publica und inzwischen Digitalstrategin, gehört zu dem Team, dass eine Vorauswahl trifft, bevor eine Jury am Wochenende* entscheidet, welche Projekte von der Bundesregierung gefördert werden sollen.

Orgel bezeichnet den Hackathon als  Meilenstein für die Zusammenarbeit zwischen Zivilgesellschaft und Politik. Wie die Unterstützung genau aussehen wird, ist noch unklar. „Schnell und unbürokratisch“, verspricht Bär, und ergänzt: „Ehrlicherweise haben wir nicht damit gerechnet, dass der Hackathon so riesig wird.“

*Aktualisierung: Die Ergebnisse des Hackathons werden erst am Montagabend bekannt gegeben.

Digital Stage*

Chöre sollen auch in Corona-Zeiten gemeinsam musizieren können. Das ist das Ziel von digital-stage.net.
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Worum geht es? Eine Möglichkeit für Musik- und Theaterensembles, live im Internet zu proben und auftreten zu können, ohne sich dafür an einem Ort treffen zu müssen.


Wie viele Leute machen mit? Bisher 52 Personen in der Arbeitsgruppe und weitere externe Unterstützer

Was soll das bringen? Übliche verfügbare Konferenzdienste im Internet bieten relativ gute Videoverbindungen, aber meistens eine für Musik und Theater unbrauchbare Audio-Übertragung. Automatische Kompression, Mischung und Stummschaltung (Pegelwaage) sowie eine hohe Zeitverzögerung erschweren Proben und Aufführungen mit mehr als ungefähr vier Mitwirkenden. Das Ziel ist, eine einfach zu bedienende und für professionelle und Laien-Ensembles kostenlose Konferenz-Applikation anzubieten, die beispielsweise Chören Proben und Live-Konzerte im Internet und von zu Hause aus ermöglicht. Später sollen auch eine Bildmischung und eine Virtual-Reality-Umgebung dazu kommen.

Wann könnte die Sache starten? Ein erster Prototyp zum Ausprobieren wurde im Rahmen des Hackathons programmiert: digital-stage.net. Derzeit bemühen wir uns um eine Finanzierung und die nötigen Internet-Ressourcen für das Projekt. Kontakt: artistic-research.de/kontakt

Mein Grundeinkommen*

Worum geht es? "In Zeiten der Corona-Krise fallen viele Menschen durchs Raster. Wenn sie nicht arbeiten können, fehlt das Einkommen. Höchste Zeit für ein Modell, dass Arbeit und Einkommen voneinander trennt: das bedingungslose Grundeinkommen. Wer kann, legt einen kleinen Teil des Einkommens bereit, damit allen Community-Mitgliedern 1 000 Euro garantiert sind. Neue Zeiten erfordern neue Ideen." 

Wie viele Leute machen mit? Bisher 522 Menschen aus allen Einkommensgruppen. Dabei zeigt sich erstaunliche Solidarität: Obwohl nur kleine Beiträge notwendig sind, waren Teilnehmer bereit bis zu 600 Euro ihres Einkommens bedingungslos an die Community zu geben.

Was soll das bringen? Alle Menschen in der Community erhalten eine bedingungslose Absicherung durch die Gruppe.

Wann könnte die Sache starten?  Wenn wir es schaffen, bis Mitte April 1 000 Teilnehmende zu finden, geht es richtig los. Je mehr Menschen mitmachen, desto resilienter wird die Community. Es wird parallel ein Verein gegründet und damit die rechtlich Basis geschaffen. 

Kiezretter.de*

Nachbarn helfen ihren Lieblingsläden, das ist der Wunsch von Kiezritter. 
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Worum geht es? Kiezretter ist eine Liebeserklärung an unsere Kieze – gemeinsam wollen wir dafür sorgen, dass unsere Nachbarschaft nach der Krise noch genauso bunt und vielfältig ist wie davor! Die Kiezretter, die ihre Lieblingsbar, ihr Lieblingscafé oder einen anderen Lieblingsort gerne unterstützen wollen, finden bei uns die perfekte Plattform. Die Kiezretter wählen ihren Lieblingskiezladen über eine interaktive Karte aus, bestimmen anschließend die Höhe ihrer Spende und schicken diese via PayPal direkt an den Inhaber.

Wie viele Leute machen mit? Wir – das sind 20 motivierte, kreative und ziemlich gut gelaunte, kluge Leute zwischen 21 und 48 Jahren. Vor ein paar Tagen waren wir alle noch Fremde, doch der #WirvsVirus Hackathon der Bundesregierung hat uns als Team zusammengebracht. Wir sind überall in Deutschland verteilt – von Münster bis nach Frankfurt, von Bergisch Gladbach bis nach Heidelberg und vom Bodensee über München bis ins Herz von Berlin.

Was soll das bringen? "Ein Großteil der Kunden geht aufgrund der aktuellen Corona-Krise verloren. Die Geschäfte müssen dennoch ihre Fixkosten weiter begleichen, deshalb helfen unsere Kiezretter aus. Durch Gutscheinen kann den Geschäften kurzfristig geholfen werden, doch das aufkommende Liquiditätsproblem wird damit nur in die Zukunft verschoben. Wir engagieren uns alle ehrenamtlich an diesem Projekt, sodass die Spende direkt bei den Inhabern der Geschäfte ankommt."

Wann könnte die Sachen starten? "Wir sind seit vergangenem Dienstag online. Seitdem wurde über 50 Mal auf 'Spenden' für die Lieblingsorte geklickt. Über 20 Geschäfte in acht deutschen Städten haben sich bei uns schon registriert und es kommen täglich mehr dazu. Das ist aber erst der Anfang."

Pirat (Pandemic Important Resource Allocation Tool)*

Ressourcen sinnvoll einsetzen, darum geht es bei Pirat. Öffentliche Labore und Hoschulen sollen so vernetzt werden.  
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Worum geht es? Pirat (Pandemic Important Resource Allocation Tool) ist ein Tool für die Erfassung und effiziente Verteilung von notwendigen Ressourcen in Ausnahmesituation - wie beispielsweise bei einer Pandemie.

Wie viele Leute machen mit? Unser Team hat aktuell 15 Mitglieder bestehend aus Studenten, Mitarbeitern und Alumni, aus Bereichen Biochemie, Chemie und Informatik, der TU München, TU Kaiserslautern, Uni Osnabrück, LMU München, JKU Linz und ETH Zürich. Interessenten können gerne an mail@pirat-tool.com schreiben.

Was soll das bringen? Ziel dieser Seite ist es deshalb, Testlabore mit Einrichtungen wie Universitäten zu vernetzen, die Geräte, Verbrauchsmaterialien und auch qualifiziertes Personal zur Unterstützung bei der Durchführung von SARS-CoV-2-Tests zur Verfügung stellen könnten. Dabei können Universitäten ihre freien Ressourcen in unsere Datenbank eintragen und werden benachrichtigt, sobald eines der umliegenden Testlabore diese Ressourcen benötigt. Hierdurch können die Testkapazitäten erweitert werden, sodass Verdachtsfälle schneller getestet werden können.

Wann könnte die Sache starten? Wir sind bereits seit Sonnabend online und vermitteln Ressourcen.

Stayinstaysane*

Individuelle Hilfe will das Team junge Menschen anbieten. 

Worum geht es? „Wir unterstützen junge Menschen, die Welt im Chaos zu verstehen und in ihr den Kopf nicht zu verlieren. Dafür bieten wir digitale Aufklärung und Hilfestellungen zu psychischen Problemen infolge von Covid-19.”

Wie viele Leute machen mit? „40 Personen im Rahmen des Hackathons, die Weiterentwicklung übernehmen 10 Personen aus dem dare2care-Team.”

Was soll das bringen? „Viele junge Menschen erleben mentale Belastungen in Folge der Coronakrise. Mit unserem dare2care-Projekt #StayInStaySane holen wir sie dort ab, wo sie sowieso aktiv sind und bieten Aufklärung und konkrete Methoden über Soziale Medien wie Instagram. Anschließend kann unser Chatbot den Nutzern weitere Fragen beantworten und auf individuelle Hilfsangebote anderer Organisationen verweisen. Mit Webinaren für Schüler ab 14 Jahren vermitteln wir darüberhinaus psychologische Grundlagen und Methoden zum Umgang mit persönlichen Belastungen in Zeiten von Corona. So helfen wir als erste Anlaufstelle bei Stress, Ängsten oder Einsamkeit in dieser turbulenten Zeit.”

Wann könnte die Sache starten? „Ein Prototyp des Chatbots ist bereits live geschaltet, auch auf Social Media sind wir bereits aktiv. Die Schul-Webinare werden gerade konzipiert und werden schon Anfang April online gehen.“

Netzwerk Mittelstand goes Home-Office*

Kluge Köpfe vernetzen, um den Mittelstand zu unterstützen, das ist das Ziel des Netzwerks Mittelstand goes Home-Office.
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Worum geht es? "Die Idee zum Netzwerk "Mittelstand goes Home-Office" orientiert sich an der Arbeitspraxis während der Coronakrise: Viele Unternehmen schicken ihre Mitarbeiter ins Home-Office, oft fehlen jedoch das Knowhow und die Technik. Eine Herausforderung für viele Unternehmer und Führungskräfte, bei der unser Netzwerk helfen möchte. Das  Projektteam arbeitet an einer Experten-Hotline zum Thema Home-Office für den Mittelstand."

Wie viele Leute machen mit? "Bei dem Hackathon #WirVsVirus kristallisierte sich eine Gruppe von elf kreativen Köpfen heraus, die das Projekt über den Hackathon hinaus in die Umsetzung bringen möchten. Das Team besteht aus Beratern, IT-Experten und weiteren smarten Köpfen aus der gesamten Bundesrepublik. "

Was soll das bringen? "Große Konzerne haben meist schon Lösungen für den Arbeitsplatz zu Hause umgesetzt, weil hier flexibles Arbeiten bereits vor der Corona-Krise üblich war. Oder sie haben beratende Firmen, die sich um die Umsetzung kümmern. Kleine und mittlere Unternehmen haben dies oft nicht. So ist es für sie eine besondere Herausforderung, die Home-Office-Arbeitsplätze für ihre Mitarbeiter umzusetzen. Wir möchten den Unternehmen in dieser Zeit gerne mit unserem Wissen beiseitestehen, damit die Prozesse rund um die Einführung von Home-Office für ihre Mitarbeiter weniger herausfordernd sind. Wir bieten unsere Beratung kostenfrei an, da die Unternehmen aktuell bereits viele Kosten stemmen müssen."

Wann könnte die Sache starten?  "Wir haben eine unglaubliche Arbeitsdynamik im Team und jeden Tag treffen wir uns im digitalen Konferenzraum, um die Fortschritte zusammenzutragen. Rund 200 ehrenamtliche Experten haben sich schon bereit erklärt, Unternehmer und Führungskräfte zu dem Thema zu beraten. Wir rechnen mit dem Start der Hotline Anfang April."

Epitrack*

Epitrack will den Gesundheitsbehörden bei der Datenerfassung helfen.
Foto: Epitrack

Worum geht es? "Epitrack erhebt gesundheitsrelevante Daten und hilft bei der Einordnung während einer Pandemie. Jeder Tag, an dem das Meldewesen, das heißt die Gesundheitsämter, ordnungsgemäß funktioniert, ist ein weiterer Tag, an dem Infektionsketten nachvollzogen und gebrochen werden können. Das bedeutet für alle übrigen Bürger, dass sie früher und sicherer wieder zum normalen Leben zurückkehren können."  

Wie viele Leute machen mit? "Wir sind ein zwölfköpfiges, interdisziplinäres Team aus ganz Deutschland mit Erfahrung in den unterschiedlichsten Bereichen - vom Arzt über den Manager zum IT-Spezialisten vereint uns die Mission, das Gesundheitssystem operativ zu halten."

Was soll das bringen? "Die Männer und Frauen, die jeden Tag in den Gesundheitsämtern und an den Bürgertelefonen ausgezeichnete Arbeit leisten, ein Stück weit zu entlasten. Wenn wir das mit Epitrack erreichen können, haben wir unser Ziel, nämlich einen Beitrag in dieser Krise zu leisten, erreicht."

Wann könnte die Sache starten? "Wir führen deutschlandweit bereits konkrete Gespräche mit mehreren Gesundheitsämtern und sind zuversichtlich, dass wir in den kommenden Wochen erste Testläufe starten können. Die Tatsache, dass unsere Lösung sich perfekt in bestehende Prozesse eingliedern lässt, vereinfacht die Inbetriebnahme drastisch."

DigitalCross*

Patienten schnell helfen und die Daten umfassender nutzen, darum geht es bei DigitalCross.
Foto: DigitalCross

Worum geht es? "DigitalCross ist das digitale Schutzschild, um Leben zu retten. Das wichtigste Merkmal ist der Wegfall des persönlichen Arztbesuches für alle Patienten. In vielen Fällen vergehen Krankheiten - insbesondere solche, die leicht übertragbar sind - mit der Zeit oder erfordern nur eine kurze Behandlung. Für relativ einfache Fälle wie diese möchten wir den Patienten die Möglichkeit geben, ein Video- oder Telefongespräch mit einem Arzt zu führen. Das hat den Vorteil, dass wir die Wahrscheinlichkeit verringern, dass erkrankte Patienten andere anstecken. Während dies bei der aktuellen weltweiten Pandemie von entscheidender Bedeutung ist, kann der wirtschaftliche wie soziale Nutzen für die Gesellschaft unter "normalen" Umständen ebenfalls erheblich sein."

Wie viele Leute machen mit? "Derzeit sind wir - ein komplettes Berliner Team - Sverre, Stefanie Weise und Camila. Wir sind auch in Gesprächen mit einem erfahrenen Software-Ingenieur, der bereits mit Unternehmen der Medizintechnikbranche gearbeitet hat. Wir sprechen zurzeit auch mit Mitgliedern des Bundestages, Gesundheitsämtern und Bundesverbänden, um zu ermitteln, wie genau wir DigitalCross in bestehende und zukünftige Infrastruktur-Rahmenwerke implementieren können."

Was soll das bringen? "DigitalCross wird die erste Anlaufstelle für alle Patienten sein. Es wird eine digitale App und Website, an die sich jeder im Land wenden kann, um einen Arzt aufzusuchen. Zusätzlich zu den Telefon-/Videokonsultationen würde uns dies auch ermöglichen, Wartezeiten zu verkürzen, indem wir die Patienten an Praxen und Kliniken mit freien Kapazitäten weiterleiten und nicht an solche, die bereits überlastet sind. Ein weiterer Vorteil ist, dass wir, wenn Patienten ihre Symptome mit der DigitalCross-App teilen, bevor sie ihr Haus verlassen, schnell überprüfen können, ob die Symptome mit denen übereinstimmen, die mit einer z. B. laufenden Epidemie irgendwo auf der Welt in Verbindung stehen. Dies kann anonym erfolgen und würde den deutschen Gesundheitsbehörden einen Vorsprung verschaffen, sobald eine Epidemie in Deutschland beobachtet wird. Die langfristigen Vorteile eines zentralisierten Digitalsystems zur Meldung von Krankheiten sind offensichtlich zahlreich."

Wann könnte die Sache beginnen? "Der Starttermin hängt davon ab, wie die Finanzierung und die Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt und der Bundesregierung funktionieren wird. Alle genannten Technologien existieren bereits, werden aber entweder nicht im Gesundheitswesen eingesetzt oder nur einzeln und nicht innerhalb eines flächendeckenden Systems genutzt. Insgesamt werden wir uns zunächst auf eine reibungslose und effiziente Nutzererfahrung konzentrieren, um die Nutzung für die Patienten attraktiv zu machen. Wir glauben, dass dies der beste Weg ist, um eine durchgehende Einführung und Akzeptanz zu gewährleisten. Für Anfragen oder Kollaborationen gerne an Stefanie Weise via LinkedIn oder sweise.digitalcross@gmail.com wenden."

VirtualSchoolBuddies*

Die Herausforderung: die Schulfamilie zusammenzubringen.
Illustration:  VirtualSchoolBuddies

Worum geht es? "Mit VirtualSchoolBuddies schaffen wir das virtuelle Schulsystem, das die Lernumgebung ins digitale Zeitalter bringt. Mit Matching bringen wir die ganze Schulfamilie zusammen. Unsere Algorithmen nutzen dabei Persönlichkeitsfaktoren und unterschiedliche Lerntypen."

Wie viele Leute machen mit? "Für unsere Vision haben sich zwei Pat:innen von Hackathon-Herausforderungen zusammengeschlossen, die sich vorher nicht kannten und über die Nutzung kollaborativer, digitaler Tools mit Hilfe von Design Thinking und Lean-Start-up-Methoden, sowie einem großartigem Team von knapp 50 Unterstützern, 48 Stunden ununterbrochen für die Verwirklichung von VirtualSchoolBuddies gepowert haben."

Was soll das bringen? "VirtualSchoolBuddies bringt Zusammenarbeit in der Schule in die digitale Welt. Wir schaffen dazu den zentralen Lernraum, der Plattformen und Menschen zusammenbringt. Dazu gehören der Virtuelle Schüler:innen-Raum: Damit schaffen wir einen Ort, an dem Schüler strukturiert ihre Aufgaben erledigen und den Schultag gemeinsam verbringen können. Virtueller Lehrer-Raum: Hier wird das Schulkollegium untereinander und mit externen Experten zum Austausch auf Augenhöhe vernetzt. Virtueller Eltern-Raum: Im Elterraum werden die Bedürfnisse der Eltern nach Information und Interaktion auf individueller, Klassen- und Schulebene erfüllt. Virtuelle Bibliothek: In der virtuelle Bibliothek findet die ganze Schulfamilie schnell Orientierung zu vorhandenen Materialien und Best Practices. Virtueller Pausenhof: Im virtuellen Pausenraum finden Schüler:innen Anregungen zu Erholung, Bewegung, Musik und Kunst und können mit anderen in Kontakt treten."

Wann könnte die Sache starten? „Wir sind bereits gestartet. Ein technischer Prototyp der virtuellen Schule existiert und muss nun professionalisiert werden. Für die akute Corona-Krise wollen wir eine schnelle Lösung bieten, deswegen arbeiten wir auf Hochtouren daran, mit den ersten Matchings zu starten. VirtualSchoolBuddies soll sich jedoch auch für Nicht-Krisenzeiten etablieren. Deswegen wird gerade eine langfristige Strategie aufgestellt und die Ausgründung in ein Social-Start-up vorbereitet. Ehrgeizige Pläne, die mit diesem Team im Rücken mehr als machbar sind!"

wesolate* 


Worum geht es? "Mit der App Wesolate können Events aus allen bekannten sozialen Plattformen zu einem digitalen Tagesplan zusammengestellt und Herausforderungen gegen Freunde von zu Hause aus gemeistert werden. Durch die gemeinsame Teilnahme an Ereignissen kann das soziale Leben weiterhin aufrechterhalten und zeitgleich die Gesellschaft geschützt werden. Außerdem wird durch ein Punkte- und Levelsystem für das Zuhausebleiben ein spielerischer Anreiz für "Social Distancing" gesetzt: #WesolationStattIsolation"

Wie viele Leute machen mit? "Während des Hackathons haben zwischenzeitlich mehr als 70 Freiwillige an Wesolate gearbeitet. Momentan sind wir etwa 30 aktive Freiwillige in den Bereichen Produkt, Strategie, Design, Entwicklung, Gamification, Marketing und Partnerschaften."

Was soll das bringen? "Jugendliche haben durch den Ausfall von Schule, Sportverein, Musikschule etc. derzeit oft keinen geregelten Tagesablauf und treffen sich aus Langeweile draußen mit Freunden. Wesolate schafft einen digitalen Tagesablauf mit abwechslungsreichen Inhalten (Bildung, Games, Streams etc.) und belohnt zeitgleich das Zuhausebleiben."

Wann könnte die Sache starten? „Wir programmieren momentan fleißig am Prototypen, die App für die breite Öffentlichkeit (Zielgruppe 12 bis 18 Jahre) soll am 3. April erscheinen.“

bedfinder*

Die Idee: ein Patientenbett finden wie ein Hotelzimmer auf booking.com.
Foto: bedfinder

Worum geht es? „Betten in Krankenhäusern sind ein kostbares Gut. Hierfür haben wir die App Bedfinder entwickelt. Wir digitalisieren die momentane Auslastung von Krankenhausbetten, um den Rettungsdiensten in Echtzeit zeigen zu können, welches Krankenhaus gerade Kapazitäten hat.“

Wie viele Leute machen mit? „Momentan sind wir acht Leute im Team, wir suchen aber noch nach Hilfe in den Bereichen Programmierung und PR-Konzept. Es ist opensourced, jeder ist eingeladen, uns zu unterstützen.“

Was soll das bringen? „Rettungsdienste kämpfen mit dem Sachverhalt, dass sie öfter abgewiesen werden, da das Krankenhaus keine Kapazitäten mehr hat. Wir lösen dieses Problem im Kern.“

Wann könnte die Sache starten? „Die Apps sind in der Programmierung, wir haben Kontakt zur ersten Klinik aufgenommen. Es kann theoretisch in spätestens zwei  Wochen losgehen.“

Chancencheckin.de*

Was können Kleinunternehmer tun in der Krise? Darum geht es bei Chancencheckin.de
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Worum geht es?  "Unternehmer müssen immer wieder auf Veränderungen und Krisen reagieren. Besonders für Kleinunternehmer stellt das eine Herausforderung dar, da sie nicht immer über das notwendige Wissen verfügen, ihr Geschäftsmodell zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Mit Chancencheckin.de bieten wir sowohl einen automatisierten Innovationsberater, um selbst zukunftsfähige Lösungen für das eigene Geschäftsmodell zu entwickeln, als auch eine Community von Gleichgesinnten."   Mehr Infos auf der Dev.post-Seite 

Wie viele Leute machen mit?   "Am vergangenen Freitag fanden sich mehr als 100 Menschen im Slack-Channel ein, die an der Idee, Kleinunternehmer in Zeiten von Krise und social_distancing zu unterstützen, arbeiten wollten. Das Team mit ganz unterschiedlichen Hintergründen von Innovation bis Software-Entwicklung kam allein durch den Aufruf zum Hackathon und aus ganz Deutschland zusammen. Jetzt, in der Nach-Hackathon-Woche, hat sich ein 20-köpfiges Team herauskristallisiert, das an der Idee weiterarbeitet."

Was soll das bringen?   "Wir wollen mit Chancencheckin.de inspirieren und dabei unterstützen, unternehmerisch neu zu denken und Chancen zu ergreifen. Wir geben Unternehmen Werkzeuge an die Hand, mit denen sie sich selbst helfen können. Und mehr noch: Der Austausch mit anderen Unternehmern, die in ähnlicher Situation stecken oder solche Krisen schon bewältigt haben, macht Mut und fördert die Vernetzung untereinander.   Um das noch besser zu verstehen, kann man sich gern unser Video anschauen. Dort kommen auch Unternehmer zu Wort, mit denen wir gesprochen haben."

Wann könnte die Sache starten?   "Wir sind schon dran! Die erste Version unserer Webseite steht. Das Interesse ist groß, wir möchten so schnell wie möglich starten. Für kleine Unternehmer zählt jetzt jeder Tag, an dem sie mit ihrem alten Geschäftsmodell kein Geld verdienen können. Wir wollen über Kooperationen mit Berufsverbänden, über Sponsoring und Finanzierung sprechen und sind gespannt auf die Bekanntgabe der weiteren Förderungsmöglichkeiten durch die Bundesrepublik."

Labshare X Testhive*

Durch strategische Entscheidungen die Zahl der Tests erhöhen, das ist der Plan von Labshare und Testhive.
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Worum geht es? "Wir wollen die Anzahl an durchgeführten Tests in Deutschland erhöhen. Dazu entsteht gerade eine Plattform, die es Diagnostikzentren ermöglicht, ihren Bedarf – Reagenzien, Personal oder Geräte– zu melden und sie mit freiwilligen Laboren und Labormitarbeitern aus der akademischen Forschung verknüpfen, die das bereitstellen können. Zudem möchten wir Labore aktivieren, bei Bedarf durch eigene Durchführung von einzelnen Schritten des Tests die Diagnostikzentren zu entlasten. Dazu stellen wir Kontakte, Informationen zum Prozedere und Leitlinien zur Verfügung."

Wie viele Leute machen mit? "Unser Team besteht im Moment aus etwa 20 Personen aus ganz Deutschland, die aus verschiedenen Bereichen wie Wissenschaft, Design und Webdevelopment kommen. Gleichzeitig schließen wir uns vermehrt mit Leuten zusammen, die an ähnlichen Problemstellungen arbeiten. Wir wachsen also ständig."

Was soll das bringen? "Eine erhöhte Testkapazität ist wichtig, um Infektionsketten nachvollziehen zu können und mehr Wissen über die Infektion an sich zu generieren."

Wann könnte die Sache starten? "Wir möchten die Plattform so schnell wie möglich zur Verfügung stellen. Dazu arbeiten wir mit Kontakten von offiziellen Stellen wie der Universität Göttingen, der Berliner Universitäts-Allianz und der Björn-Steiger-Stiftung zusammen, um sicherzustellen, dass die Plattform nachhaltig und stabil aufgebaut wird." Hier sind die Gruppen bei Twitter zu finden: Labshare und TestHive

Museum@home*

Ein virtuelles Privatmuseum mit den eigenen Lieblingswerken auf dem Screen, darum geht es Museum@home.
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Worum geht es? „Museum@home ist ein virtuelles Museum, das in enger Kooperation mit Museen verschiedener Sparten und anderen Wissensinstitutionen museale Angebote digital zur Verfügung stellt. Ziel der Plattform ist es, durch die Arbeit im digitalen Raum die Nutzung musealer Angebote und damit des kulturellen Erbes zu jeder Zeit und an jedem Ort zu ermöglichen.“

Wie viele Leute machen mit? „13 Personen aus Nordrhein-Westfalen, Bayern, Thüringen, Hessen, Berlin und Baden-Württemberg.“

Was soll das bringen? „Die aktuelle Ausnahmesituation bietet die großartige Chance, Barrieren beim digitalen Museumsbesuch abzubauen, die für viele Menschen auch außerhalb dieser besonderen Zeiten beim analogen Besuch bestehen. Es werden damit Räume begreifbar gemacht, ohne den realen Raum betreten zu müssen.“

Wann könnte die Sache starten? „Alle aktiven Teilnehmer des Hackathons arbeiten an der Umsetzung des Projekts. Wir rechnen bereits im zweiten Quartal 2020 mit einem möglichen Start. Einen Prototypen gibt es bereits.“

RemedyMatch*

Wo werden Schutzartikel gerade gebraucht und wo nicht? Eine Frage für das Team von RemedyMatch.
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Worum geht es? RemedyMatch ist eine deutschlandweite Logistikplattform, die Bestand und Bedarf von medizinischen Schutzartikeln zusammenbringt.“

Wie viele Leute machen mit? „Das Kernteam, das RemedyMatch während des Hackathons entwickelt hat und auch nach dessen Ende weiter bearbeitet, besteht aus 20 Leuten aus allen Ecken Deutschlands.“

Was soll das bringen? „RemedyMatch hilft, Lieferengpässe während der Covid-19-Pandemie zu überbrücken und Bedürftige schnell, lokal und unkompliziert mit Schutzartikeln zu versorgen.“

Wann könnte die Sache starten? „Noch Ende März. In den Grundfunktionen wird die Plattform in der nächsten Woche online gehen, sodass erste Spenden abgewickelt werden können. Schritt für Schritt werden die Funktionen dann erweitert. Unsere ersten Spender und Empfänger scharren schon mit den Hufen.“

*Alle Interviews mit den Teams wurden schriftlich geführt.

Wer noch Projekte vorstellen möchte, bitte Mail an: joerg.hunke@berlinerverlag.com oder über LinkedIn