Skurrile Wesen mit erstaunlichen Geschichten treffen sich im Spiel „Coffee Talk“.
Foto: Togue Productions

BerlinEinfach in einem Café einen guten Latte macchiato genießen und vielleicht mit Freunden und Bekannten plaudern – das wird auch in Zukunft nur unter erschwerten Bedingungen möglich sein. Erinnerungen an die Vor-Corona-Zeit weckt da das Spiel „Coffee Talk“. Darin übernimmt man die Rolle eines Baristas, der ein kleines Kaffeehaus in Seattle betreibt. Man schenkt Cappuccino, Kakao oder Tee aus.

Der Spieler kann sich an einem Rezeptbuch orientieren oder die Gäste mit ungewöhnlichen Eigenkreationen wie Ingwer-Grüntee-Latte überraschen. Mittels eines Latte-Art-Features kann man seine Werke noch mit Milchschaum verzieren. Das macht Spaß, hört sich aber erstmal nicht spektakulär an.

Das Besondere an „Coffee Talk“ ist die Welt, in der das Spiel angesiedelt ist. Menschen und Fantasiewesen leben hier seit Jahrzehnten friedlich zusammen. Es ist also nicht ungewöhnlich, wenn sich ein Werwolf und ein Vampir zum Kaffee verabreden oder ein Elf und ein Dämon darüber diskutieren, ob sie durchbrennen sollen, weil ihre Familien gegen ihre Beziehung sind.

Wie bei einer Visual Novel üblich steht die in Textboxen erzählte Story im Fokus. Hier haben die Entwickler gute Arbeit geleistet, denn rasch beginnt man, sich für die Figuren und ihre Schicksale zu interessieren. Vor allem die absurden Dialoge machen Freude. Ein veganes Vampir-Model erzählt, warum bei Anti-Aging-Produkten nur Vampire für Werbezwecke engagiert werden. Sie altern sehr langsam, sind attraktiv und haben eine schön blasse Haut.

Ein Alien klagt darüber, wie schwer es doch sei, auf der Erde Partnerinnen zur Fortpflanzung zu finden. Dabei benutze es doch wie alle anderen eine Dating-App. Ein Werwolf, der als Arzt in einer Klinik arbeitet, versucht, seine Aggressionsprobleme mit Ingwer-Getränken in den Griff zu bekommen. Freya, eine junge Journalistin, lässt sich von den vielen Geschichten inspirieren und macht Kurzgeschichten für eine Zeitung daraus.

Präsentiert wird das Spiel in einer netten Pixelgrafik, dazu gehört auch ein sehr entspannter Soundtrack.

„Coffee Talk“, Entwickler: Togue Productions, Publisher: Togue Productions, Chorus Worldwide Games. Geeignet für Nintendo Switch, PC, PS4, Xbox One. Preis: ab 9 Euro.