Stillsitzen, ruhig zuhören, sich trockenen Lernstoff einprägen. Das fällt so gut wie allen Kindern schwer, gerade wenn sie noch sehr jung sind. So finden sich in jeder Klasse Zappelphilipp, Klassenclown und Traumsuse, und längst nicht jedes Kind schafft es, dem Unterricht immer zu folgen.
„Wenn die Aufmerksamkeit dauergestört ist, Impulse kaum kontrolliert werden können und der Drang, sich zu bewegen, exzessive Züge annimmt, spricht man von einer Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung“, erklärt der Psychologe Wolfgang Rauch von der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Am Idea-Zentrum für Individuelle Entwicklung und Lernförderung forscht er zu der Störung, die den meisten unter dem Kürzel ADHS bekannt ist. Sie gehört zu den häufigsten Störungen im Kindes- und Jugendalter.

In Deutschland liegt die Zahl der Betroffenen bei etwa fünf Prozent, hinzu kommen fünf Prozent mit ADHS-Verdacht. Meist sind Lernprobleme und Verhaltensauffälligkeiten die Folge. Als Hauptursache der Störung wird ein genetisch veranlagtes Ungleichgewicht der Gehirn-Botenstoffe angenommen. Das wohl bekannteste Medikament, um ADHS zu therapieren, ist Methylphenidat: ein Arzneimittel zur Beeinflussung der Reizfilterung und Aufmerksamkeitssteuerung, vielen unter dem Handelsnamen Ritalin bekannt. Daneben gibt es noch weitere Psychopharmaka, die bei der Störung zum Einsatz kommen, unter anderem Amphetaminpräparate wie Attentin oder der Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer Atomoxetin.

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