Berlin - Ein Hund hält nicht allein Einzug bei seiner Familie, sondern bringt auch gleich noch eine Vielzahl winziger Mitbewohner mit: Wer einen Hund hat, beherbergt mehr Bakterien in seinem Heim als Nicht-Hundebesitzer.

Darunter befinden sich auch ganz charakteristische Keime, die in hundefreien Haushalten kaum zu finden sind. Dies könnte den Zusammenhang zwischen einem Hund im Haus und einem verringerten Allergierisiko erklären, berichten US-Biologen im Fachblatt „Plos One“.

Die Wissenschaftler hatten Bakterien-Erbgut in Proben analysiert, die auf neun unterschiedlichen Flächen in 40 Haushalten gesammelt worden waren – darunter Fernsehbildschirme, Küchenanrichten, Kühlschränke, Türgriffe, Toilettensitze und Kopfkissen. „Wir wollten wissen, welche Variablen die mikrobiologischen Ökosysteme in unserem Zuhause beeinflussen“, erläutert Robert R. Dunn von der North Carolina State University in Raleigh. „Der größte Unterschied, den wir bisher gefunden haben, ist, ob man einen Hund hat.“ Anhand der Bakterien, die auf dem Fernsehbildschirm oder dem Kopfkissen zu finden sind, lasse sich sagen, ob ein Hund im Haushalt lebt oder nicht. Beispielsweise seien Bakterien, die für gewöhnlich im Boden gefunden werden, in Hunde-Haushalten rund 700mal häufiger anzutreffen als in hundefreien Haushalten.

Die Forscher wollen noch Proben aus 1.300 weiteren Haushalten untersuchen. „Wir erwarten, dass die Mikrobenpopulationen in Behausungen in der Wüste andere sind als die in Behausungen in Manhattan, aber niemand weiß, ob das wirklich so ist“, sagt Dunn. „Wir wollen es herausfinden.“