Was mit seine Daten wirklich passiert, weiß niemand so genau. Der Datenschutz hat sich in den vergangenen 50 Jahren kaum verbessert. 
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Berlin - Schon allein der Begriff sorgt für Irritationen. Mit Datenschutz ist schließlich nicht der Schutz von Daten gemeint, sondern der Schutz der Menschen vor dem Missbrauch ihrer digitalen Informationen. Es ging schon holprig los in den 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als Politiker, Juristen und Sachverständige den Begriff erfanden und eine Regelung suchten, wie gewissenhaft mit Daten umgegangen werden sollte.

Leider ist es in den vergangenen fast 50 Jahren nicht besser geworden mit dem Datenschutz. Das zeigt ganz aktuell der Fall „Clearview AI“. Das Unternehmen hatte Anfang des Jahres für Schnappatmung weltweit gesorgt, weil es im Netz freiverfügbare Fotos und Informationen über Personen gebündelt hatte, die den Behörden helfen sollten, mit Gesichtserkennung Täter zu finden.

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Misstrauen ist angebracht 

Kein Nutzer war aber gefragt worden, ob er damit einverstanden war. Nicht einmal die Tech-Konzerne wie Google und Facebook, die heftig gegen den Datenmissbrauch protestierten, wurden informiert. Weltweit stürzten sich Unternehmen, Sicherheitsbehörden und Organisationen trotzdem auf die Informationen, ohne Skrupel über die Methoden, wie diese Daten beschafft worden waren.

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Vor sieben Jahren hatte Edward Snowden der Welt deutlich vor Augen geführt, was mit persönlichen Daten passieren kann. Nicht einmal das Handy von Bundeskanzlerin Angela Merkel war sicher, wie sich zeigte. An der internationalen Datengier scheint sich nichts geändert zu haben. Wenn Bundesbürger also skeptisch sind, wenn sie hören, dass Behörden ihre Daten erfassen wollen wie etwa bei der elektronischen Gesundheitsakte, dann ist verständlich. Misstrauen ist angebracht.