Nasen gibt es in vielen Größen und Formen. Die einen sind knubbelig, die anderen stupsig, spitz oder hakenförmig. Nur eines lässt sich offenbar sicher sagen: Die Nasen von Männern sind durchschnittlich um etwa 10 Prozent größer als die von Frauen, berichten US-Forscher. Der Grund dafür liegt im unterschiedlichen Körperbau und Energieverbrauch der Geschlechter. Männer haben mehr Muskelmasse. Um sie aufzubauen und zu erhalten, brauchen sie mehr Sauerstoff. Eine größere Nase kann mehr Luft einatmen und ins Blut transportieren, das die Energie zu den Muskeln bringt.

Bei Kindern bis zum 11. Lebensjahr konnten die Forscher bei der Größe der Nase keinen Unterschied zwischen Mädchen und Jungen finden. Wenn sie jedoch in die Pubertät kommen, lassen sich unterschiedliche Entwicklungen in der Mitte des Gesichts beobachten, berichten die Wissenschaftler im American Journal of Physical Anthropology. Der Körper der Jungen baut vor allem Muskelmasse auf, bei Mädchen erhöht sich dagegen der Fettanteil im Körper. Jungen brauchen also mehr Sauerstoff und entwickeln größere Nasen. „Wir konnten zeigen, dass Körperwachstum und Nasengröße in direktem Zusammenhang stehen“, sagt Nathan Holton von der Universität Iowa.

Das erkläre auch, warum unsere Nasen kleiner seien als die unserer Vorfahren – beispielsweise der Neanderthaler. Ihr Körper bestand aus mehr Muskelmasse und brauchte deshalb auch ein mächtiges Riechorgan, um diese mit Sauerstoff zu versorgen. Auch Brustkorb und Lunge seien beim modernen Menschen kleiner. Die Nase ist wie eine Art Erweiterung der Lunge zu sehen, sie schrumpfte mit ihr, weil der Energieaufwand kleiner wurde.

Die Wissenschaftler untersuchten bisher nur europäische Nasen, wollen ihre Studie nun aber auch auf andere Kontinente ausweiten.