Athens Frauen sind frustriert. Immer wieder bleibt das Bett neben ihnen leer. Ständig müssen die Männer in den Krieg ziehen, der jetzt schon zwanzig Jahre währt. Die Frauen beschließen, zu ihren eigenen Waffen zu greifen. Sie versammeln sich auf der Akropolis und rufen einen Sex-Streik aus: Solange der Kriegszustand anhält, wollen sie sich jedem Mann verweigern. Liebesentzug, bis endlich wieder Frieden herrscht.

Die Komödie „Lysistrata“ des antiken Dichters Aristophanes aus dem Jahr 411 vor Christus ist nicht nur eine der frühesten „Make love, not war“-Geschichten aus der Zeit der Peloponnesischen Kriege, in ihr findet sich auch die erste bekannte Erwähnung eines Sexartikels, den man heute Dildo nennt. Denn nicht nur die Männer sind weg, auch ein möglicher Ersatz wird aus der Stadt Milet nicht mehr geliefert.

Dildo als Frauen-Trost in Kriegszeiten

„Seit die Milensier unsere Feinde sind, habe ich nicht einen einzigen acht-zölligen Dildo zu Gesicht bekommen, der uns Frauen ein ledernder Trost sein könnte“, empört sich die Hauptfigur Lysistrata. In der griechischen Hafenstadt Milet, die sich damals von den Athenern losgesagt hatte, sollen die sogenannten Olisboi (von griechisch „gleiten“) hergestellt worden sein.

In der antiken Kunst kann man sie heute noch auf Trinkgefäßen sehen. Nackte Frauen, die meist nur Kopfschmuck und Ohrringe tragen, halten in einer oder in beiden Händen längliche Gegenstände, die eindeutig an männliche Geschlechtsorgane erinnern. Da die Frauen unbekleidet sind, kann es sich nur um damalige Prostituierte – sogenannte Hetären – handeln. Nur sie wurden nackt dargestellt.