Apple hat die ersten drei Mac-Modelle mit Chips aus eigener Entwicklung vorgestellt und verspricht, dass die Computer dadurch deutlich schneller und auch stromsparender arbeiten. Mit dem Umstieg kann der Konzern zudem erstmals seine Macs auf derselben Softwareplattform wie seine iPhones und iPads betreiben. Bisher baute der Konzern seine Macintosh-Computer seit 15 Jahren mit Chips von Intel.

„Dies ist ein historischer Tag für den Mac“, sagte Apple-Chef Tim Cook. Der hauseigene Chip mit der Bezeichnung M1 sei nicht nur ein einfacher Mikroprozessor, sondern ein komplexes „system on a chip“. In ihm steckten 16 Milliarden Transistoren.

Akkulaufzeit soll sich verdoppeln

Der Hauptprozessor bestehe aus acht Kernen, vier davon erledigen Hochleistungsanforderungen, die anderen vier kommen stromsparend ins Spiel, wenn leichtere Aufgaben erledigt werden müssen. Dazu komme ein leistungsfähiger Grafikchip sowie ein Sicherheitschip. Und das gesamte M1-System könne auf einen gemeinsamen Arbeitsspeicher zugreifen, so Cook.

Apple betonte, die Akkulaufzeit von ausgestatteten Geräten werde sich fast verdoppeln. Apps würden viel schneller als bisher starten und auch anspruchsvolle Programme flüssiger laufen, so Software-Chef Craig Federighi. Wie beim iPhone soll ein spezieller Bereich zum Beispiel die Bildbearbeitung mithilfe maschinellen Lernens verbessern.

Macbook Pro, Macbook Air und Mac Mini

Den Chip bekommt unter anderem das beliebteste Apple-Computermodell, das Macbook Air. Es kommt nun ohne einen Lüfter aus. Dank des sparsameren Chips halte die Batterie 15 Stunden Surfen im Web und 18 Stunden Videowiedergabe stand, hieß es. Außerdem bekommen auch das leistungsstärkere Macbook Pro mit 13-Zoll-Display und der Tischrechner Mac Mini den neuen Apple-Prozessor.

Beim Macbook Pro spricht Apple von 17 Stunden Surfzeit und 20 Stunden Videowiedergabe. Beim Mac Mini und dem Macbook Pro behält Apple zunächst auch Modelle mit Intel-Chips im Angebot – das Macbook Air gibt es beim Konzern dagegen nur noch mit dem M1. Äußerlich sehen die Geräte aus wie bisher.

Bisher dominiert Intel

Die Branche wird bisher von Intel-Prozessoren dominiert. Die M1-Chips basieren auf der Architektur des Chipdesigners ARM, mit der auch die iPhones und iPads laufen. Damit können die Entwickler auch iPhone-Apps auf die Macs bringen. Weiterhin mit Intel-Chips ausgestattet bleiben vorläufig die iMac-Modelle und der Mac Pro.

Für die Macs ist es der dritte Wechsel der Chip-Plattform nach dem Übergang von Motorola zu IBMs PowerPC Anfang der 1990er-Jahre und zu Intel im Jahr 2005. Experten zufolge ist die Frage nun, ob Apples Beispiel in der Branche Schule machen könnte, wenn die M1-Macs ihren Nutzern einen spürbaren Vorteil gegenüber Computern anderer Hersteller mit Intel-Chips bieten können. Unter anderem Microsoft und Samsung haben bereits Laptops mit Chips auf Basis der ARM-Architektur im Angebot.