Der Tablet-Markt wächst rasant: 184 Millionen Tablets werden nach Analysen des Marktforschungsunternehmens Gartner  in diesem Jahr verkauft werden – ein Anstieg von 53,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Apple hat mit seinem iPad diese Produktkategorie überhaupt erst erschaffen. Doch das Unternehmen steht zunehmend unter Druck. Der Marktanteil von Apple hat sich den Marktforschern von IDC zufolge innerhalb von zwölf Monaten von 60 auf 32 Prozent halbiert. Tablets mit Googles Android-Betriebssystem dominieren inzwischen den Markt. Am Dienstagabend stellt Apple nun seine neuen iPads vor – wir haben zusammengetragen, was von dem Event erwartet wird.

1. Das iPad Mini bekommt ein Retina-Display

Dies erscheint logisch – die Konkurrenz in der kleinen Tablet-Kategorie  - etwa Googles Nexus 7 (323 ppi) oder das Kindle Fire HDX (ebenfalls 323ppi) verfügt bereits über hochauflösende Bildschirme. Das iPad Mini dagegen nur über 163 ppi. Dabei ist die Konkurrenz  sogar günstiger als das iPad Mini . So kostet  die 16 GB Wifi-Version des Nexus 7 rund 230 Euro, das Amazon-Gerät gibt es ab  244 Euro. Das iPad mini  ist mit 329 € deutlich teurer.

Allerdings: Die Displays erhöhen auch die Produktionskosten, benötigen einen größeren Akku. Apple könnte daher auch darauf setzen, dass die Kunden ein iPad Mini auch dann kaufen werden, selbst wenn es vom Bildschirm her gegenüber der Konkurrenz abfällt – ganz einfach weil es ein iPad ist, sozusagen eine eigene Produktkategorie. Der Vorteil für Apple: Die Margen wären höher. Auf jeden Fall ist denkbar, dass Apple auch das „alte“ iPad Mini weiterhin anbietet  - zu einem günstigeren Preis. Dies würde der bisherigen Preispoltik von Apple entsprechen. Auch denkbar, aber unwahrscheinlich: Apple bietet das alte iPad Mini in Farben an  - genauso ist der Konzern bei dem iPhone 5c verfahren. Allerdings erst nachdem es das Produkt über Jahre hinweg etabliert hatte.

2. Das neue iPad der fünften Generation wird leistungsstärker – und dem Mini ähnlicher

Dies gilt in der Tech-Szene als ausgemacht. Der Platz zwischen Display und Außenrahmen dürfte wie beim iPad Mini geringer werden, das Gerät  flacher. Ebenso gilt als sicher, dass das iPad wie das iPhone-Flagschiff  iPhone 5s einen deutlich schnelleren A7X-Chip-Prozessor mit 64-Bit-Architektur erhält.

Auch sonst gilt es als wahrscheinlich, dass das neue iPad die Neuerungen erhält, mit denen das neuste iPhone ausgestattet wurde: Der Fingerabdruckscanner Touch ID wäre ein logischer Schritt.  Ebenso eine deutlich bessere 8-Megapixel-Kamera. Inzwischen  wissen wir ja, dass es genug Leute gibt, die nur zu gerne ihr iPad hochreißen, um damit zu fotografieren. Farblich könnte sich das neue iPad der Palette des iPhone 5s anpassen: Also in Schwarz, Silber und Gold erhältlich sein.

3. Neue Smart Cover

Apples Einladungen sind immer ein Hinweis darauf, was vorgestellt wird. Und diesmal steht drauf: „We still have a lot to cover“. Übersetzt heißt das eigentlich: Wir haben noch viel zu erzählen. Cover könnte allerdings auch ganz sprichwörtlich gemeint sein, so wird spekuliert, und bedeuten, dass neue Abdeckungen (Cover) vorgestellt werden.  Dafür sprechen drei Fakten: Erstens nutzen sehr viele Menschen ihre iPads mit Covern, die zugleich Tastaturen sind – Apple bietet dies aber bislang nicht an, während Microsoft dies zu einem Hauptverkaufsargument  für sein Surface-Tablet gemacht hat.

Zweitens hat Apple eine Reihe von Patenten angemeldet, die auf die Entwicklung spezieller Tastatur-Cover hindeuten. Und drittens: Solche Cover sind recht günstig zu produzieren, Apple könnte sie aber, wie stets den Zubehör, teuer verkaufen. Schon beim 5s und 5c ist Apple wieder in den Hüllen-Markt eingestiegen. Ein Hinweis darauf, dass der Konzern sich diese Profite nicht entgehen lassen will. Die Farben auf der Einladung könnten dann darauf hindeuten, dass es die Cover in unterschiedlichen Farben geben wird – mal sehen.

4. Neuer Mac-Pro und neues Macbook Pro Retina

Dass es einen neuen MacPro geben wird ist klar: Apple kündigte das Profi-Gerät in Turbinenform bereits an. Für die Geräte-Linie gibt es seit drei Jahre keine neue Variante gab. Unklar ist, wann es kommt: Gerüchten zufolge wird ein Verkaufsstart am 15. November angepeilt – was dafür spricht, dass auch alle Preise und Konfigurationen am Dienstag bekannt gegeben werden.  Eventuell geht es auch direkt nach dem Event in den Verkauf.

Ebenfalls als sicher gilt, dass ein neues Macbook Pro Retina  mit  Intels neuen Haswell-Prozessoren kommt, die auch schon in den neuen MacBook Airs verbaut werden.  Die Haswell-Chips bringen nicht nur mehr Geschwindigkeit, sondern auch einen niedrigeren Stromverbrauch. Damit könnte sich die Akkulaufzeit deutlich verlängern,  zumal die Einsteigermodelle dank der Leistungsstärke der Haswell-CPUs  ohne externe Grafikkarte auskomme könnten. Eine deutlich verbesserte Akkulaufzeit wäre ein zentrales Argument im Marketing: Apple kann dann damit werben, dass mit dem neuen MacBook Pro Retina ein iPad-ähnliches Nutzerverhalten möglich wird: Nachts laden, tagsüber ohne Bedenken die ganze Zeit nutzen. Das 13"Macbook Air ist  zumindest schon ziemlich weit an diese Schwelle heran gekommen.

5. One more thing

Dass Apple an einer iWatch arbeitet gilt als gesichert – auch wenn der Konzern bislang noch nicht einmal dies bestätigt hat.  Dass sie vorgestellt wird ist allerdings eher unwahrscheinlich. Apple würde dies wohl nur machen, wenn die Produkteinführung kurz bevorstünde  - und dafür ist zu wenig nach außen gedrungen. Prototypen soll es aber bereits geben und die sollen Gerüchte zufolge auf ein eigenständiges Produkt hindeuten, das anders als Samsungs Galaxy Gear keine Smartphone benötigt. Vielleicht kommt es also doch noch zur großen Überraschung.