Köln - In der Biege-Affäre dachte man bei Apple bereits, die Gemüter beruhigt zu haben und glimpflich aus dem PR-Desaster herausgekommen zu sein. Nur neun Beschwerden über die mangelnde Stabilität des iPhone 6 habe es bislang gegeben, teilte der Konzern vor einigen Tagen mit.

Nun heizen aber deutsche Medien die #bentgate-Diskussion wieder an. Die „Computerbild“, die einen „erfolgreich“ verlaufenden Biegetest filmisch dokumentiert hatte, sieht sich nun von Apple diskriminiert. Das Video, in dem Chefredakteur Axel Telzerow dem iPhone 6 vorsätzlich Schaden zufügt, wurde bei Youtube fast 400.000 Mal angeklickt.

Daraufhin meldete sich Apple telefonisch bei „Computerbild“ und erklärte, die Redaktion erhalte künftig keine Testgeräte mehr und werde zu keinen Events eingeladen. So ist zumindest die Darstellung des Springer-Blattes.

Der Streit geht jetzt mit einem offenen Brief der Redaktion an den Technikkonzern in die nächste Runde. Axel Telzerow schreibt an Konzernchef Tim Cook, die technikbegeisterte Redaktion sei „ehrlich bestürzt und verärgert“ über die Maßnahme, bleibe aber unbeugsam und weiche „keinen Millimeter“ von ihren Grundsätzen ab. Über die Respektlosigkeit sei man zutiefst enttäuscht.

Zumindest in Deutschland dürfte die Fehde zwischen „Bild“ und Apple erneut für schlechte PR für den US-Konzern sorgen. Hinzu kommt, dass neue Biege-Videos aufgetaucht sind. Zwei britische Teenager filmten sich dabei, wie sie in einem Apple Store heimlich einem iPhone 6 Gewalt antun. Das Ergebnis ist eine Beule und ein leicht herausgedrücktes Glas-Display. (cm)