Der 17-Jährige ist seinem Ziel in den letzten Wochen etwas näher gekommen.
Foto: Avi Schiffmann

SeattleAvi Schiffmanns großes Vorbild ist Steve Jobs, und wie der Apple-Gründer möchte der Teenager, wie er sagt, einmal die Welt verändern.

Das ist nicht ungewöhnlich für einen 17-Jährigen, der in einem Vorort von Seattle aufgewachsen ist, wo eine ungewöhnlich große Dichte an Managern aus der Technologie-Branche herrscht. Doch anders als die meisten seiner Altersgenossen ist der bekennende Nerd in den vergangenen Wochen seinem großen Ziel deutlich näher gekommen.

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Mehr als 300.000 Nutzer pro Tag

Schon im Dezember hat Schiffmann damit angefangen, an einer Website mit aktuellen, zuverlässigen Daten zur Verbreitung von Covid-19 zu basteln. Jetzt, da sich das Coronavirus zu einer Pandemie mit Auswirkungen auf das Leben von Milliarden von Menschen entwickelt hat, ist Schiffmanns Seite ncov2019.live zu einer der beliebtesten Informationsquellen überhaupt geworden.

Vergangene Woche hat Schiffmanns Seite die Marke von zwei Millionen Besuchern überschritten, mehr als 300.000 Menschen nutzen sie jeden Tag. Dort finden sie die aktuellen Zahlen der bestätigten Covid-19-Fälle nach Land, Region und Stadt, die Zahl der Geheilten, Verstorbenen und der schweren Fälle. Eine interaktive Karte bietet einen Überblick über die Verbreitung sowie aktuelle Daten, es gibt Informationen zur Prävention, zu Reisebeschränkungen und wichtige Kontakte.

Globale Informationen in Echtzeit

Der Erfolg der Seite beruht darauf, dass Schiffmann die aktuellsten und zuverlässigsten Daten bietet und sie übersichtlich aufbereitet. Als bisher einzige Website führt er in Echtzeit die Informationen globaler, nationaler und lokaler Behörden zusammen.

Die Seite ist nicht die erste Idee von Schiffmann, der neben seiner Programmier-Leidenschaft Skirennen fährt. Er programmiert, seit er sieben Jahre alt ist, zu seinen vorangegangenen Projekten gehörten eine Website mit animierten Strichmännchen-Cartoons und eine Seite mit der Wettervorhersage für den Mars.

Durchbruch als Internet-Unternehmer

Das Virus hat ihm nun zum Durchbruch als Internet-Unternehmer verholfen. Schiffmann hatte das, was alle großen Namen in dieser Branche einmal hatten: die richtige Idee zur richtigen Zeit. Die Quarantäne nutzt er dazu, beständig sein Produkt zu verbessern – von mittags um zwei bis morgens um fünf, sagt er, sitze er oft auf seinem Bett, lerne per YouTube neue Betriebssysteme und optimiere die Datenströme.

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Was das Virus angeht, habe er dabei vor allem eines gelernt: „Es ist wirklich schwer an zuverlässige Informationen zu kommen.“ Durch Schiffmanns Arbeit ist es nun zumindest ein wenig einfacher geworden.