Nicht mehr lange warten, sondern pünktlicher werden, dieses Ziel will die Deutsche Bahn in den nächsten zehn Jahren erreichen. 
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Für pünktlichere und zuverlässigere Züge will die Bahn die Digitalisierung in Deutschland beschleunigen. Bis in die Mitte der 2030er-Jahre könnte das gesamte Schienennetz digitalisiert werden, sagte Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla. Die Bahn sei mit dem Bund über die Finanzierung im Gespräch, so Pofalla. Allein für die Digitalisierung des Bahnknoten Stuttgart werden Investitionen in Höhe von 462,5 Millionen Euro erwartet.

Die Region soll in Deutschland im Zuge des Bahnhofsprojekts Stuttgart 21 bis Ende 2025 der erste digitalisierte Bahnknoten in Deutschland werden. Der Bund und die Deutsche Bahn unterzeichneten am Dienstag in Berlin eine entsprechende Finanzierungsvereinbarung. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sprach von einem Modernisierungsschub für die Bahn. Die Züge sollen zuverlässiger und pünktlicher werden, außerdem sollen mehr Züge auf den Strecken fahren können.

Neben dem neuen Hauptbahnhof und weiteren Stationen sollen zunächst Strecken mit einem Umfang von mehr als 100 Kilometern mit digitalen Stellwerken, dem Zugsystem ETCS und hoch automatisiertem Fahrbetrieb ausgerüstet werden. „Allein auf der S-Bahn-Stammstrecke werden wir um 20 Prozent leistungsfähiger“, so Pofalla.

Der Knoten Stuttgart ist eines von drei Pilotprojekten. Neben der Region Stuttgart werden auch die Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main und die Trassen der transeuropäischen Verbindung Skandinavien–Mittelmeer mit der neuen europäischen Leit- und Sicherungstechnik ETCS und digitalen Stellwerken ausgestattet.