Als verspielte und exotische Haustiere sind Savannah-Katzen seit einiger Zeit  bei manchen Tierhaltern beliebt. Doch sie können für die heimische Tierwelt eine große Bedrohung darstellen. Das schließen australische Wissenschaftler aus einer Studie, in der sie beispielhaft errechneten, welche Auswirkungen es auf die Säugetiere des Landes hätte, wenn die Hybrid-Katzen dort frei herumlaufen würden.

Savannah-Katzen entstehen aus der Kreuzung einer Hauskatze (Felis catus) mit einem Serval (Leptailurus serval), einer afrikanischen Wildkatze. Die Nachkommen sind schlank und deutlich größer als Hauskatzen. Idealerweise ist ihr Fell wie das des Servals: mit schwarzen Flecken auf ockergelbem Grund.

Tierschützer kritisieren Justin Bieber und seine Kätzchen

Bekannt wurden sie durch den Pop-Star Justin Bieber, der sich zwei Savannah-Katzen zugelegt hat und auf einem eigenen Instagram-Account regelmäßig Bilder der Jungtiere postet.
Das brachte ihm Kritik von Tierschützern ein. Auch andere Fachleute sind der Ansicht, dass sich Savannah-Katzen nicht als Haustiere eignen, zumindest nicht in den ersten vier Generationen nach der Kreuzung. In der ersten Generation sind die Nachkommen meist noch sehr groß – sie kommen auf bis zu 45 Zentimeter Schulterhöhe – und können ein Gewicht von bis zu elf Kilogramm erreichen, schreibt das Team  um Christopher Dickman von der University of Sydney im Fachblatt Animals. In den nachfolgenden Generationen sind sie demnach meist kleiner. Die Tiere seien aktiv und kletterfreudig, sie könnten aus dem Stand zweieinhalb Meter in die Höhe springen.

Unter der Annahme, dass Savannah-Katzen etwa das gleiche Beuteschema haben wie ihre Eltern-Arten, ermittelte das Team um Dickman, welche in Australien heimischen Säugetiere von ihnen gejagt werden könnten, sollten sie ins Freiland entkommen. Das Ergebnis: 91 Prozent der in Australien lebenden Land-Säugetiere würden in Gefahr geraten. Darunter auch 93 Prozent der nicht-flugfähigen Säugetiere, die als bedroht eingestuft sind. Der in Australien ohnehin hohe Jagddruck durch verwilderte Hauskatzen auf diese Tiere würde erheblich erhöht.

Zahlreiche Tiergruppen bedroht

„Die Savannah-Katzen, die doppelt so große Beutetiere jagen könnten, würden 29 weitere heimische Säugetierarten gefährden“, erläutert Dickman. Dazu gehörten Arten, die in höheren Bereichen auf Bäumen leben, in dichter Vegetation oder in sumpfigen Gebieten, in denen der Serval gerne jagt.
Es sei anzunehmen, dass neben den untersuchten Säugetieren auch zahlreiche andere Tiergruppen durch die Savannah-Katzen bedroht würden, etwa Vögel, Frösche und Eidechsen. Die Entscheidung der australischen Regierung, den Import von Savannah-Katzen zu verbieten, werde durch die Studie nachträglich gerechtfertigt. Die entwickelte Methode könne auch genutzt werden, um die Gefahren durch andere Hybrid-Katzen zu ermitteln.

In Deutschland unterliegen Savannah-Katzen der Generationen F1 bis F4 einer Meldepflicht und es gibt gegebenenfalls vorgeschriebene Haltungsbedingungen. Der Preis für eine Savannah-Katze liegt nach Angaben des Interessenverbandes Savannah-Cats Germany zwischen etwa 1 000 und 15 000 Euro, teilweise sogar noch höher.Je näher die Katze an dem wilden Serval-Vorfahren ist, desto teurer ist sie. (dpa/fwt)