Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz lässt von Montag an bis zum 1. November die Schadstoffe messen, die aus den Auspuffen quellen.
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BerlinKeine Angst, die Kisten am Straßenrand sind keine neuen Blitzer. Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz lässt damit von Montag an bis zum 1. November die Schadstoffe messen, die aus den Auspuffen quellen. Aufgestellt werden die Messgeräte voraussichtlich auf der Sonnenallee in Neukölln und Am Seegraben in Treptow-Köpenick.

Die eine Kiste sendet unsichtbares Licht – infrarot und ultraviolett – in Auspuffhöhe über die Straße. Die andere Kiste registriert, welche Veränderungen das Licht erfahren hat, und wie schnell das Auto fuhr. Daraus kann ein Computer errechnen, wie viel Kohlendioxid und wie viel Stickoxide der jeweilige Wagen ausstößt.

Die Messgeräte werden rechts und links der Straße aufgestellt, dazwischen gibt es einen für das menschliche Auge nicht sichtbaren Lichtstrahl.
Foto: Opus 

Die eine Kiste sendet unsichtbares Licht – infrarot und ultraviolett – in Auspuffhöhe über die Straße. Die andere Kiste registriert, welche Veränderungen das Licht erfahren hat, und wie schnell das Auto fuhr. Daraus kann ein Computer errechnen, wie viel Kohlendioxid und wie viel Stickoxide der jeweilige Wagen ausstößt.

Das System, von der spanischen Firma Opus entwickelt, soll der Erarbeitung eines Informationssystems dienen, das die tatsächliche, aktuelle, nicht errechnete Belastung der Luft abbildet. Es soll Teil der vom Berliner Luftreinhalteplan gesetzlich vorgeschriebenen Kontrollen werden.

Kennzeichen-Erfassung über Video

Gleichzeitig wird über Video das Kennzeichen erfasst, so dass der Rechner erkennt, was für ein Auto vorbeigefahren ist, welche Schadstoff-Eingruppierung es hat und ob es mit Diesel oder Benzin angetrieben wird.

Der Senat verspricht hoch und heilig, dass die Daten nur für die Bestimmung des Fahrzeugtyps verwendet werden, eine Abfrage der Halterdaten oder eine mögliche Bestrafung wegen zu schnellen Fahrens gebe es nicht. Die Datenschutzbehörde habe dem Verfahren zugestimmt.

Allerdings soll mit dem Versuch, der vom Bund mit etwas über 155.000 Euro gefördert wird, auch ausprobiert werden, ob man defekte oder manipulierte Autos identifizieren kann, die zu viele Schadstoffe ausstoßen. Erkenntnisse erhofft sich der Senat künftig auch bei der Wirksamkeit von Durchfahrverboten für Dieselautos auf bestimmten Straßen. Sie sollen (verspätet) im November für Autos mit Abgasnorm 5 oder schlechter unter anderem auf Teilen der Friedrich- und der Leipziger Straße gelten.