An der Ladesäule: Ein Elektroauto tankt Energie
Foto:  dpa/ Jan Woitas

BerlinDer Senat will das Förderprogramm „Wirtschaftsnahe Elektromobilität“ (WELMO) aufstocken, damit mehr  kleine und mittlere Unternehmen in Berlin Elektrofahrzeuge anschaffen können. Das kündigte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) an. Ziel sei es, dass 2020 doppelt so viel Geld im Fördertopf bereitliegt wie  bislang. 2021 soll es noch mehr Mittel geben. Auch Freiberufler und gemeinnützig Tätige können sich auf diesem Weg den Einstieg in die Elektromobilität vom Land Berlin bezuschussen lassen.

"Wir reagieren auf die große Nachfrage nach unserem Förderprogramm und wollen für 2020 und 2021 die Mittel hierfür massiv erhöhen, um die Berliner Unternehmen beim Umstieg auf Elektromobilität zu unterstützen", sagte Ramona Pop." Mit diesem klaren Kurs verstärken wir unseren Einsatz für Klimaschutz und mehr Lebensqualität in unserer Stadt. Die Berliner Unternehmen leisten mit dem Umstieg einen großen Beitrag für die nachhaltige Mobilitätswende, hierbei werden wir sie auch in Zukunft nicht alleine lassen.“

Das Förderprogramm WELMO wurde im Juli 2018 aufgelegt. 2018 und 2019 standen jeweils drei Millionen Euro bereit. 2020 sollen es sechs Millionen, 2021 sogar 7,8 Millionen Euro sein, teilte die Senatorin mit.

Bis zu 8000 Euro Zuschuss

Für Batterie-Pkw gibt es 4 000, für leichte Elektro-Nutzfahrzeuge 8000 Euro. Geringer fallen die Zuschüsse für Plug-in-Hybride aus. Auch E-Roller und E-Bikes werden vom Land Berlin gefördert ebenso wie Ladepunkte. Wer sich zu Themen der Elektromobilität beraten lassen will, kann ebenfalls einen Antrag beim IBB Business Team stellen.

Seit Beginn des Programms wurden 2608 Anträge gestellt, hieß es in der Wirtschaftsverwaltung. In 1506 Fällen bekamen die Antragsteller bereits eine Bewilligung. 806 Elektrofahrzeuge, deren Kauf mit  WELMO gefördert wurde, sind bereits auf den Straßen unterwegs. Insgesamt wurden Zuschüsse für 3122 E-Mobile beantragt.

Auch 86 Ladepunkte, an denen Batterien mit Energie versorgt werden können, wurden bereits in Berlin eingerichtet. Hier ist ebenfalls ein weiterer Zuwachs zu erwarten, die Gesamtzahl der Anträge beläuft sich auf 480 Steckdosen.

Taxibranche ist weiterhin skeptisch

Gemessen an der Zahl der Anträge, die bereits bearbeitet wurden, stehen einige Branchen in Berlin vorn, sagte Pops Sprecher Matthias Borowski. Dazu zählen das Handwerk und das Verarbeitende Gewerbe (188), Information und Kommunikation (129) sowie der Handel mit 128 Anträgen. In 300 Fällen waren die Antragsteller mit der "Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen" befasst, teilte er weiter mit. Dazu zählen Rechtsberatung, Consulting sowie Ingenieur- und Architektenleistungen.

Die Verkehrs- und Lagereibranche ist dagegen mit bislang 40 bearbeiteten Anträgen bei WELMO schwach vertreten. Sie umfasst unter anderem Taxibetriebe, Speditionen, Kurier- und Paketdienste. Hier ist aus Sicht von Branchenvertretern die als zu gering eingeschätzte Reichweite von Elektroautos ein Problem. Bei Taxiunternehmen heißt es, dass Fahrzeuge, die in jeder zweiten Schicht ausfallen, weil ihre Akkus geladen werden müssen, in einen wirtschaftlichen Taxibetrieb nicht integrieren lassen.

Längst nicht an allen Ablösepunkten, wo Fahrer wechseln, seien Ladesäulen in der Nähe. Zudem sei festzustellen, dass die Taxibranche unsichere Zeiten erlebt. Angesichts der Ausbreitung neuer Angebote wie Berlkönig und Clever Shuttle, die von starken Geldgebern unterstützt werden, hielten sich Taxibetreiber, die selber über die Runden kommen müssen, mit Anschaffungen zurück.