Der Bund der Steuerzahler Berlin rechnet im Moment mit einem Schuldenabbau von 3 Euro pro Sekunde. Bei dieser Geschwindigkeit wäre Berlin theoretisch erst im 27. Jahrhundert schuldenfrei. Im Jahr 2025 stünde die Schuldenuhr immer noch bei 57,4 Milliarden Euro, also nicht nennenswert niedriger als heute.

Praktisch allerdings hängt die Entwicklung der Schulden maßgeblich von politischen Entscheidungen ab. Der derzeit regierende rot-rot-grüne Senat hat beispielsweise gar kein Interesse am Schuldenabbau. Das zur Verfügung stehende Geld soll stattdessen investiert werden, etwa in den Kita-Ausbau, die Sanierung von Schulen oder die Begrenzung des Mieten-Anstiegs.

Klaus Wowereit bezeichnete Berlin einst als „arm, aber sexy“. Doch im Vergleich mit den anderen Bundesländern und insbesondere den beiden Stadtstaaten Hamburg und Bremen steht Berlin heute gar nicht so schlecht da. Die Pro-Kopf-Verschuldung ist in Bremen doppelt so hoch wie in Berlin. In Hamburg war 2015 jeder Einwohner im Durchschnitt mit 16.227 Euro fast genauso hoch verschuldet wie in Berlin. Auch im Flächenland Saarland ist die Pro-Kopf-Verschuldung höher als in Berlin.

Anders als in Berlin steigt die Pro-Kopf-Verschuldung in Hamburg und Bremen nach wie vor. Allerdings greift ab 2020 in allen Bundesländern die Schuldenbremse. Das heißt, kein Bundesland darf dann mehr Geld ausgeben als es einnimmt. Berlin zahlt sogar schon seit 2011 Schulden zurück.

Zur hohen Verschuldung Berlins trug maßgeblich die deutsche Wiedervereinigung bei. Seit 1990 stiegen die Schulden deutlich und im Vergleich zu den anderen Haushalten der Länder und des Bundes auch überdurchschnittlich stark. Zwischen 1990 und 2000 stiegen beispielsweise die Schulden des Bundes um das 2,5-Fache. In Berlin stiegen die Schulden im selbem Zeitraum um das 4,5-Fache. Im Jahr 2000 hatte Berlin 33,5 Milliarden Euro Schulden angehäuft. Der Höchststand wurde im Jahr 2011 mit 61,4 Milliarden Euro erreicht.