Klug, klüger, Berlin: In der Stadt arbeiten Tausende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler daran, Grundlegendes zu erklären und die Welt zu verbessern. Jede Woche stellen wir eine(n) von ihnen vor. Diesmal: Jan Schmoranzer von der Charité Berlin.

Herr Schmoranzer, woran arbeiten Sie gerade?

Ich entwickle und optimiere spezielle Lichtmikroskope, mit denen es möglich ist, die Bewegungen winziger Nanostrukturen innerhalb lebender Zellen  zu beobachten. Da Zellen winzig klein und sehr empfindlich sind, müssen die Mikroskope eine sehr hohe Auflösung erreichen und gleichzeitig schonend mit den Zellen umgehen.

Was bringt uns das?

Zellen sind die Grundbausteine des Lebens. Wenn auf der zellulären Ebene etwas schief läuft, etwa während einer Krankheit, dann ändern sich oft die feinen Nanostrukturen und deren Bewegungen. Um diese zu untersuchen, brauchen wir hochauflösende Lichtmikroskopie, um winzige Unterschiede – zum Beispiel zwischen einer kranken und einer gesunden Zelle – zu erkennen. Diese molekularen Unterschiede bieten einen Ansatz zur Entwicklung von neuen Diagnostiken und Therapien.

Wie könnte man die Welt sonst noch verbessern?

Trotz erheblicher technischer Fortschritte ist die Lichtmikroskopie noch lange nicht an ihre Grenzen gestoßen.  Um die Methoden zu verbessern, ist eine enge Zusammenarbeit von Biomedizinern und Biologen mit Physikern, Informatikern und Ingenieuren erforderlich. Ich wünsche mir, dass verstärkt Forschungsstrukturen geschaffen werden, die einen hohen Grad an Interdisziplinarität ermöglichen. 

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