Klug, klüger, Berlin: In der Stadt arbeiten Tausende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler daran, Grundlegendes zu erklären und die Welt zu verbessern. Jede Woche stellen wir einen von ihnen vor. Diesmal: Mir-Farzin Mashreghi vom Deutschen Rheumaforschungs-Zentrum.

Herr Mashreghi, woran arbeiten Sie gerade?

Ich erforsche die molekularen Mechanismen in Immunzellen, die chronisch entzündliche Erkrankungen fördern und aufrechterhalten. Wir wollen spezifische Biomarker identifizieren und als therapeutische Ziele für die Eliminierung der Zellen nutzen.

Was bringt uns das?

Wir entwickeln neuartige, auf Nukleinsäuren basierende Wirkstoffe, die es uns ermöglichen, hochspezifisch diese krankheitsauslösenden Immunzellen im Organismus auszuschalten. Chronisch entzündliche Erkrankungen – ob Multiple Sklerose, Morbus Crohn oder Lupus Erythematodes – betreffen immerhin etwa fünf  Prozent der Bevölkerung. Zurzeit werden sie mittels immunsuppressiver Medikamente in Schach gehalten. Diese sind aber nicht besonders spezifisch und greifen auch Immunzellen an, die uns vor Infektionen schützen. Neuartige Therapien hätten nicht nur weniger Nebenwirkungen, sondern könnten auch den Weg für eine Heilung der Erkrankungen bereiten.

Wie könnte man die Welt sonst noch verbessern?

Penicillin und die Entwicklung des Impfprinzips haben es ermöglicht, zuvor tödlich verlaufende Infektionskrankheiten zu eliminieren.  Leider werden diese Errungenschaften durch falschen Gebrauch und häufigen Einsatz von Antibiotika sowie durch Impfverweigerung aufs Spiel gesetzt. Es ist wichtig, dass die Wissenschaft auch hierfür Lösungen findet und die Welt für die Menschheit weiter verbessert.