Klug, klüger, Berlin: In der Stadt arbeiten Tausende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler daran,  Grundlegendes zu erklären und die Welt zu verbessern. Jede Woche stellen wir einen von ihnen vor. Diesmal: Eva Asselmann von der Humboldt-Universität Berlin.

Frau Asselmann, woran arbeiten Sie gerade?

Derzeit erforsche ich, wie sich unsere Persönlichkeit bei verschiedenen Lebensereignissen verändert: Wenn wir aus dem Elternhaus ausziehen, heiraten, Eltern werden, uns scheiden lassen, in Rente gehen oder ein naher Angehöriger stirbt. Werden wir dann zum Beispiel neurotischer und gewissenhafter oder ist genau das Gegenteil der Fall? Zudem untersuche ich, ob Präventionsmaßnahmen bei Menschen mit bestimmten Belastungen das Risiko senken können, eine psychische Störung zu entwickeln.

Was bringt uns das?

Unsere Forschung zielt darauf ab, menschliches Erleben und Verhalten in konkreten Situationen besser zu verstehen und präziser vorherzusagen. Das kann hilfreich sein, um Menschen dabei zu helfen, bestimmte Herausforderungen leichter zu meistern und ihr Wohlbefinden zu steigern. Präventionsprogramme sollen bewirken, dass bestehende Symptome in frühen Stadien abgemildert werden, sodass eine psychischen Störung gar nicht erst ausbricht.

Wie könnte man die Welt sonst noch verbessern?

Durch gegenseitigen Respekt, Wertschätzung und Empathie. Und den Willen, unsere Gesellschaft gemeinsam zu gestalten und zu verändern. Die Wissenschaft selbst würde meiner Meinung nach von einem stärkeren Austausch und einer engeren Kooperation zwischen einzelnen Fachdisziplinen profitieren, wie etwa der Psychologie und Medizin.