Klug, klüger, Berlin: In der Stadt arbeiten Tausende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler daran,  Grundlegendes zu erklären und die Welt zu verbessern. Jede Woche stellen wir  einen von ihnen vor. Diesmal: Katarzyna Stoltmann (30) vom Leibniz-Zentrum Allgemeine Sprachwissenschaft.

Frau Stoltmann, woran arbeiten Sie gerade?

Ich forsche zur Interpretation von räumlichen Situationen in verschiedenen Sprachen. Im Deutschen heißt es zum Beispiel: „Deutschland liegt westlich von Polen“ und nicht „Deutschland liegt links von Polen“. Aber in anderen Situationen sagen wir: „Die Flasche steht links vom Schrank“ und nicht „die Flasche steht westlich vom Schrank“. Es gibt jedoch Sprachen, die das so ausdrücken, wie etwa der Aborigines-Stamm Guugu Yimithirr in Australien. Dort sagen die Menschen: „Die Flasche steht westlich vom Schrank.“

Was bringt uns das?

Ziel meiner Arbeit ist es, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Sprachen zu finden und genau zu beschreiben. Das ist beispielsweise wichtig für die Kommunikation mit Robotern oder für die Übersetzung von gesprochenen und geschriebenen Sprachen.  Dafür verfolge ich in vielen Experimenten  die Bewegung, die eine Versuchsperson mit der Computermaus beim Lösen von Aufgaben macht. Meine Kolleginnen und ich nehmen zudem in einem Motion Capture Labor die gesamte Bewegung von Versuchsperson auf. Dabei trägt die Versuchsperson einen Anzug mit vielen Sensoren und die Bewegung wird digital erfasst. So untersuchen wir auch den Zusammenhang zwischen gesprochener Sprache und der Koordination des ganzen Körpers.

Wie könnte man die Welt sonst noch verbessern?

Meiner Meinung nach könnten wir die Welt durch mehr interdisziplinäre Kooperationen verbessern – zusammen können wir deutlich mehr erreichen. Deswegen stellen wir im Doktoranden-Netzwerk von Leibniz die Interdisziplinarität in den Fokus. Für die Zukunft sehe ich auch die Kooperation zwischen den Forschungseinrichtungen und der freien Wirtschaft als einen sehr wichtigen Punkt, um den Alltag noch stärker zu optimieren.