Berliner Weltverbesserer: Leif Erik macht Impfstoffe sicher und effektiv

Klug, klüger, Berlin: In der Stadt arbeiten Tausende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler daran,  Grundlegendes zu erklären und die Welt zu verbessern. Jede Woche stellen wir einen von ihnen vor. Diesmal: Leif Erik Sander (40) von der Charité Berlin.

Herr Professor Sander, woran arbeiten Sie gerade?

In meinem Labor untersuchen wir das menschliche Immunsystem. Es geht um molekulare Signale in der ersten Phase einer Immunreaktion. Uns ist aufgefallen, dass bestimmte Immunzellen sehr exakt lebendige von toten Bakterien unterscheiden können, indem sie molekulare Muster identifizieren, die nur von lebenden Mikroorganismen gebildet werden. Erkennt das Immunsystem lebende Erreger oder bestimmte Muster, löst es in der Regel eine stärkere Immunantwort aus. Wir wollen verstehen, wie die Mustererkennung im Falle von Lebendimpfungen funktioniert und wie sie sich auf die Impfantwort auswirkt.

Was bringt uns das?

Impfungen gehören zu den effektivsten Maßnahmen, um Infektionskrankheiten zu bekämpfen. Sie senken die Sterblichkeit, vor allem bei Kindern. Doch gegen viele gefährliche Erreger fehlen sichere und effektive Impfstoffe. Unsere Erkenntnisse sollen helfen, diese zu entwickeln, etwa gegen Lungenentzündung. 

Wie könnte man die Welt sonst noch verbessern?

Um Infektionskrankheiten effektiv zu bekämpfen, muss neben der Entwicklung  kostengünstiger Impfungen der weltweite Zugang zu medizinischer Versorgung verbessert werden. Dazu müssen Medikamente billiger und breiter verfügbar gemacht werden. Zudem sollten wir vor dem Hintergrund der rasant steigenden Antibiotikaresistenz den exzessiven Einsatz von Antibiotika eindämmen und alternative Therapien gegen bakterielle Infektionen entwickeln.