Klug, klüger, Berlin: In der Stadt arbeiten Tausende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler daran, Grundlegendes zu erklären und die Welt zu verbessern. Jede Woche stellen wir einen von ihnen vor.

Frau Pearson, woran arbeiten Sie gerade?

Ich forsche zum Austausch zwischen Kulturen im antiken Mittelmeerraum. Es geht vor allem um Kunstwerke, die nach der Eroberung Ägyptens durch Octavian – den späteren Kaiser Augustus – nach Rom gelangten. Diese Stücke dienten als Dekoration in Wohnräumen, aber auch als religiöse Denkmäler in Heiligtümern. Mitunter waren es politische Exponate.

Was bringt uns das?

Interaktionen mit anderen Kulturen sind Teil unseres Alltags geworden. Objekte spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie prägen unser Denken bezüglich ihrer Herkunftsländer. Wir können heute aus der Distanz heraus analysieren, welche Rolle zum Beispiel Krieg oder Handel in Bezug auf die Verbreitung der Gegenstände und die daraus resultierende Vorstellung der fremden Kultur spielten. Das hilft, die möglichen Vorurteile und Stereotypen zu entlarven und ein größeres Verständnis und – wie ich hoffe – Toleranz in unserer heutigen Welt aufzubauen.

Wie könnte man die Welt sonst noch verbessern?

Es ist wichtig, insbesondere jüngere Leute dazu aufzufordern, sich mit dem Thema interkultureller Begegnungen auseinanderzusetzen. In Berlin gibt es schon viel dazu. Nichtsdestotrotz bleibt noch einiges zu tun. Als Amerikanerin bin ich erschüttert, welche fremdenfeindlichen Tendenzen zurzeit in den USA zu beobachten sind. Dagegen hilft vor allem, sich in offener und öffentlicher Art zu äußern und zu engagieren.