Kamera immer griffbereit: Selbst als der Taifun „Maysak“ in Südkorea wütete, griff ein Mann in der Region Busan zum Smartphone, um ein Foto zu machen. 
Foto: AFP/Ed Jones

BerlinDas Fachmagazin „Connect“ hat die Kameras von einem Dutzend Top-Smartphones getestet. Der Vergleich zeigte deutlich, dass chinesische Hersteller bei der Weiterentwicklung der Smartphone-Kameras momentan tonangebend sind. Aber worauf genau sollte man als Käuferin oder Käufer achten?

Für gute Fotos müssen Kamerasensor, Software und Optik gut zusammenspielen, erklären die Experten. Beim Objektiv sollte eine besonders lichtstarke Blende mit einem Wert von f/1.8 oder niedriger zum Einsatz kommen. Der Autofokus sollte möglichst schnell sein, die Auslösezeit besonders gering. Und ein optischer Bildstabilisator (OIS) könne bei schlechten Lichtverhältnissen oder Bewegungen für scharfe Aufnahmen sorgen.

Mehrfach-Kameras, die mit Tele-, Superweitwinkel- oder Bokeh-Aufnahmen (Hintergrund soll unscharf und stimmungsvoll verschwimmen) erweiterte Funktionen bieten, fänden sich heute bereits bei Mittelklasse-Smartphones. Viele Hersteller kombinieren auch den Tele- und Ultra-Weitwinkelbereich und bieten mit Triple- oder Quad-Kameras noch mehr Flexibilität, heißt es. Immer öfter findet sich ein quer im Gehäuse eingebautes Periskop-Zoomobjektiv, mit dem sich starke optische Vergrößerungen erzielen lassen.

Sehr gute Noten für sieben Kameras

Doch all die Ausstattungsmerkmale allein machen noch keine guten Bilder. Die Qualitätsunterschiede bei Smartphone-Kameras seien immer noch groß. Die Bewertung „Sehr gut“ erreichten im Test die Kameras von sieben Smartphones: Huawei P40 Pro (86 Punkte), Huawei P40 (85 Punkte), Oneplus 8 Pro (79 Punkte), Xiaomi Mi Note 10 (78 Punkte), Oppo Find X2 Pro (77 Punkte), Samsung Galaxy S20+ (75 Punkte) und Honor 20 Pro (75 Punkte). Und wo bleibt Apples iPhone? „Die Zeiten, als das iPhone das Nonplusultra der Smartphonefotografie war, sind längst vorbei“, urteilt die Redaktion von „Connect“, das Unternehmen sei dabei, den Anschluss in einigen Berei­chen zu verlieren.

Ermittelt wurden die Ergebnisse in einem neuen gemeinsamen Testverfahren (Camera Quality Benchmark) mit dem Fachmagazin „Colorfoto“. Dabei durchlaufen die Telefone den Angaben nach etwa die gleichen Testlabor-Messverfahren wie Systemkameras und alle Objektive werden separat beurteilt. Am Ende kämen an die 450.000 Messwerte zusammen. Gewichtet wird das Testergebnis folgendermaßen: Ultraweitwinkel (10 Prozent), Weitwinkel (30 Prozent), Zweifachzoom (30 Prozent), lange Telebrennweite (30 Prozent).

Trotz des technischen Fortschritts bleibt am Ende die Frage: Mit welcher Kamera gelingen die besten Fotos?  Aus der Sicht von professionellen Fotografen kommt es zunächst nicht darauf an, welche Kamera der Fotograf zur Hand hat. Das Wichtigste: Er ist in der Lage, den Auslöser in dem Moment zu bedienen, in dem es für ihn wichtig ist. Daraus lässt sich schließen: Was eine gute Kamera ausmacht, ist die ständige Verfügbarkeit. Das spricht eindeutig für Smartphones.