Berlin ist jung, Berlin ist angesagt und vor allem: Berlin ist in dieser Hinsicht etwas ganz besonderes. So zumindest sehen wohl viele Einheimische und Zugezogene ihre Stadt. Doch ein Blick in die Statistiken und Prognosen verrät, dass viele Entwicklungen in der Hauptstadt keineswegs außergewöhnlich sind. Vier Fakten über Berlins Bevölkerung im Jahr 2025.

Berlins Bevölkerungswachstum fällt hinter München und Köln zurück

Mit über 3,5 Millionen Einwohnern ist Berlin die mit Abstand bevölkerungsreichste Stadt Deutschlands. Daran wird sich so schnell auch nichts ändern. Wenn man sich die absoluten Bevölkerungszahlen bis 2025 anschaut, legt Berlin noch ordentlich zu und wird im Vergleich zu 2005 fast eine halbe Million Einwohner mehr haben.

Wenn man das Wachstum jedoch ins Verhältnis zur Einwohnerzahl setzt, sieht es ein wenig anders aus. Natürlich wächst auch hier Berlin bis 2025. München und Köln wachsen jedoch deutlich schneller – und holen dementsprechend auf. Besonders die bayerische Hauptstadt legt kräftig zu. Berlin ist also, was das Bevölkerungswachstum angeht, absolut keine Besonderheit. Vielmehr ist dies ein allgemeiner Trend deutscher Millionenstädte.

Übrigens: Selbst wenn Berlin fleißig weiter wächst, ist die Stadt noch immer weit von ihrer einstigen Rekordeinwohnerzahl entfernt. In den 1930er und in der ersten Hälfte der 40er Jahre lebten deutlich mehr als vier Millionen Einwohner in der Hauptstadt. Anfang und Mitte der 40er waren es sogar knapp 4,5 Millionen.

Berlin ist gar nicht so jung und wird sogar noch älter

Mit Bezirken wie Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln sowie einer großen Start-up-Szene wirkt Berlin wie eine besonders junge Stadt. Immerhin liegt der Altersdurchschnitt hier bei 42,74 Jahren. Das ist deutlich jünger als der gesamtdeutsche Schnitt mit 44,2 Jahren. Schaut man sich aber auch hier die anderen drei Millionenstädte an, zeigt sich, dass Berlin doch nicht so jung ist, wie man glauben könnte.

Hamburg (42,3 Jahre), Köln (41,9 Jahre) und vor allem München (etwa 41 Jahre) sind sogar noch jünger. Auch hier handelt es sich also nicht um eine Besonderheit Berlins, sondern lediglich um die Attraktivität großer Ballungszentren bei jungen Menschen.

Berlin wird außerdem im Schnitt ein wenig älter. Im Jahr 2025 wird der Altersdurchschnitt bei 43,55 Jahren liegen. Das ist fast ein Jahr mehr als 2017. Das liegt wie in der Grafik zu sehen besonders an der Gruppe der 80- bis unter 90-Jährigen. Deren Zahl wird in acht Jahren am stärksten wachsen. Dafür werden aber laut Prognose auch deutlich mehr Kinder geboren bzw. ziehen junge Familien nach Berlin. Denn auch die Gruppe der unter Zehnjährigen wächst im Vergleich zu 2017 deutlich.

Vor allem der Norden und Osten Berlins wachsen

Hier hätte man wohl vor allem auf die Bezirke Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg getippt. Doch Fehlanzeige: Vor allem Pankow wird laut Prognose bis 2025 ein deutliches Bevölkerungswachstum von bis zu neun Prozent verzeichnen können. Und das liegt keinesfalls nur am Stadtteil Prenzlauer Berg.

Aber auch Reinickendorf, Treptow-Köpenick und Marzahn-Hellersdorf werden deutlich wachsen, nämlich zwischen 4,57 und 4,99 Prozent. In Friedrichshains-Kreuzberg wird das Bevölkerungswachstum ähnlich stark ausfallen (5,22 Prozent). Neukölln wird dagegen weniger deutlich zulegen (3,2 Prozent). Und in Tempelhof-Schöneberg soll es laut Prognose sogar etwas weniger Einwohner geben als 2017.

Neue Haushalte entstehen vor allem dort, wo die Bevölkerung kaum wächst

Das Bevölkerungswachstum vor allem in den nördlichen und östlichen Bezirken spiegelt sich jedoch keineswegs in der Entwicklung der Privathaushalte wieder. Ganz im Gegenteil entstehen vor allem dort mehr Haushalte, wo im Jahr 2025 eigentlich nur ein geringes Wachstum zu erwarten ist.

Das trifft vor allem auf Wilmersdorf-Charlottenburg zu. Hier soll es 20 Prozent mehr Haushalte geben, aber dafür nur 1,41 Prozent mehr Menschen als 2017. Ein Indiz dafür, dass hier vor allem der Anteil an Singles zunehmen wird. In Pankow, das um gut neun Prozent wachsen soll, kommen lediglich 2,69 Prozent mehr private Haushalte hinzu. Hier werden wohl immer mehr Familien leben.