Berlin - Pling, mal eben die eingegangene Kurznachricht checken, einen Blick auf den Wetterbericht werfen und dann noch kurz bei Instagram vorbeischauen: Smartphones machen das Leben leichter und lustiger – einerseits. Sie können aber auch echt nerven, weil sie immer nach Aufmerksamkeit gieren. Mehr als zwei Stunden täglich blickt ein Nutzer durchschnittlich aufs Display, das hat ein Bonner Informatiker vor ein paar Jahren errechnet, alle 18 Minuten nimmt er das Gerät in die Hand, der WDR hat vor einiger Zeit an diese Studie erinnert. 

Was also tun, um sich frei zu machen? Gar nicht so einfach die Antwort, denn die Verlockungen werden immer größer. Am Anfang machte das Smartphone sich nur dann bemerkbar, wenn ein Anruf ankam, dann war das Klingeln zu hören. Der Rest war Schweigen. Inzwischen gibt es Breaking News, leuchten Benachrichtigungen auf dem Bildschirm auf oder hinterlassen sogar ein Geräusch. Dazu kommt der Benachrichtungspunkt, der auf Neuigkeiten hinweist.

Bei Apples iOS heißt das Programm dafür Bildschirmzeit

Die Anbieter wissen auch, dass hyperaktive Geräte krank machen können. Sie bieten inzwischen technische Möglichkeiten, um Abstand zu gewinnen. Bei Apples iOS heißt das Programm dafür Bildschirmzeit. Es erfasst, wie lange welche Apps genutzt werden, und ermöglicht es, Grenzen zu setzen. Zum Beispiel für bestimmte Apps, die viel Aufmerksamkeit verlangen. Per Einstellung werden sie nach Aufbrauchen des Zeitkontingents gesperrt.

Bildschirmzeit kann aber auch eine komplette Auszeit schaffen. Mit der gleichnamigen Funktion wird das Telefon so eingestellt, dass im gewählten Zeitraum nur noch Anrufe und zuvor festgelegte Apps funktionieren. Zum Beispiel nach Feierabend: Dann lässt sich keine Arbeits-App mehr aufrufen. Auszeit gilt für alle iOS-Geräte, auf denen Bildschirmzeit aktiviert ist. Fünf Minuten vor Start der Auszeit gibt es eine Benachrichtigung. Zur Info: Bildschirmzeit steckt in den Einstellungen von iOS, direkt unter den Einstellungen für Benachrichtigungen und Klingeltönen.

Android: Zeitkonten für einzelne Apps 

Unter Android heißt dieses Angebot „Digital Wellbeing“. Es erlaubt neben einer Übersicht über das eigene Nutzungsverhalten zusätzliche Einstellungen. Zum Beispiel über den Konzentrationsmodus. Er blendet im gewünschten Zeitraum die Benachrichtigungen der eingestellten Apps aus und kann die Apps auch zum Pausieren bringen. Unter „Dashboard“ können – wie bei Apples Bildschirmzeit auch – Zeitkonten für einzelne Apps eingerichtet werden.

Dazu gibt es bei Android für Apps umfangreiche Benachrichtigungseinstellungen. Hier lässt sich unter „Bitte nicht stören“ einstellen, wessen Anrufe durchgestellt werden, welche Apps benachrichtigen dürfen oder welche Wecker und Medien das Telefon zum Klingeln bringen dürfen.

Und dann kann endlich Ruhe herrschen. Kein schlechter Vorsatz für die Fastenzeit, die bekanntlich am Aschermittwoch beginnt hat und an den Ostertagen endet.