Homeoffice heißt auch, dass die Menschen oft ganz alleine in der Wohnung arbeiten müssen.
Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Diese Ruhe – in den ersten Tage war das ja für viele Menschen richtig angenehm, alleine im Homeoffice zu sitzen und sich auf seine Aufgaben konzentrieren zu können. So ganz ohne Nebeneffekte, ohne Störungen, ohne diesen Satz: „Kannst Du mal kurz…“

Gefühlt ist das inzwischen eine Ewigkeit her. Die Idee des Homeoffice scheint sich in der Zwischenzeit bewährt zu haben. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) regte in den vergangenen Tagen ein Recht auf Homeoffice an, Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) sprach von einer Errungenschaft, den Arbeitgebern ist ein Recht auf mobiles Arbeiten wichtig. Da kommt also was in Bewegung. Nur gibt es eben auch Nachteile.

Abgesehen von den vielen arbeitsrechtlichen Fragen empfinden viele Menschen mit der Zeit ein Gefühl der Einsamkeit und des Alleinseins, weil sie ihre Wohnung kaum noch verlassen und die Kollegen nur noch bei Videokonferenzen treffen. Natürlich hat das Netz auch für solche Probleme eine Lösung: Leute, die also zu Hause arbeiten wollen, ohne sich alleine zu fühlen, sollten bei YouTube oder Spotify den Suchbegriff „Office Ambience“ eingeben.

Dahinter verbirgt sich der Sound des Büros. Das Klimpern der Kaffeetassen ist zu hören, auch das Klicken der Tastaturen, sprechende Kollegen und zwischendurch auch das Klingeln eines Telefons. Das geht, je nach Anbieter, etliche Stunden so. „Das fühlt sich richtig an in der Corona-Zeit“, lautet einer der Kommentare. „Eine gute Idee, vor allem für Leute, die es nicht gewohnt sind, im Homeoffice zu arbeiten“, hat eine andere Nutzerin bei YouTube kommentiert.

Was auch ganz gut tut: Man hört, wie andere Menschen arbeiten. Das kann anspornen, denn wissenschaftlich ist erwiesen, dass Menschen im Homeoffice eine gute Disziplin brauchen, um sich nicht so schnell ablenken zu lassen von Aufgaben, die nichts mit dem Beruf zu tun haben: Fenster putzen, Wäsche aufhängen, Faulenzen …

Ein Nutzer dachte auch schon an die Zeit nach der Corona-Krise, wenn viele Angestellte wieder ins Büro zurückkehren und die Hintergrundgeräusche am Telefon zu hören sein werden. Dann könnte die Stille im Homeoffice befremdlich beim Anrufer wirken, so die Vermutung. Auch in so einem Fall könne „Office Ambience“ helfen, so seine Erfahrung.

Wer im Netz noch weiter sucht, findet auch den passenden Sound für einen anderen Ort, den viele Menschen gerade sehr vermissen. Das Klimpern der Kaffeetassen, das Rauschen der Espresso-Maschine, Hintergrundmusik und die Gespräche am Nachbartisch. „Coffee Shop Sounds“ ist der passende Suchbegriff für den vermissten Sound für die Kaffeepause oder die Verabredung am Wochenende.

Wer etwas länger im Netz stöbert, findet sogar Angebote aus verschiedenen Ländern: Frankreich, USA, Italien, Spanien – das hilft auch gegen Fernweh. Zumindest ein wenig.