Ein Mann tippt auf einer beleuchteten Tastatur eines Laptops. Auf dem Monitor ist ein Hacker-Programm geöffnet. (Symbolbild)
Foto: dpa/Silas Stein

BerlinEs ist leider so, dass Diebstähle vor allem dort begangen werden, wo Einbrecher leichtes Spiel haben. Auch wenn es um Daten geht.

In der vergangenen Woche ist das Ausmaß der Attacke auf das Berliner Kammergericht öffentlich geworden. Von einem Totalschaden in Millionenhöhe ist die Rede. Als ob sich Computersysteme nicht sichern ließen.

Facebook ist da kein gutes Beispiel, aber von einer erfolgreichen Attacke auf Google ist nichts bekannt. Die Vereinten Nationen meldeten vergangene Woche, dass ein Cyber-Angriff abgewehrt werden konnte, weil es eine zuverlässige Infrastruktur für die Daten-Sicherheit und qualifiziertes Personal gibt.

Datensicherheit wird oft unterschätzt

Aber so eine Infrastruktur aufzubauen, kostet viel Geld und ist oft auch lästig, weil das Eingeben immer neuer Passwörter lange dauert und aufhält. Außerdem bemerkt niemand die Arbeit der IT-Spezialisten, wenn alles glatt läuft. Auch deshalb wird die Datensicherheit oft unterschätzt.

Ganz nebenbei: Heute ist der Welttag, mit dem zum Ändern des Passworts aufgerufen wird. Es ist noch immer so, dass die meisten Bundesbürger naiv und einfallslos sind bei der Wahl. Daran haben auch so große und weltweiten Attacken wie mit der Schad-Software Wannacry vor zwei Jahren nichts geändert. Wird schon nichts passieren. Das haben die Entscheider beim Kammergericht vermutlich auch gedacht.

Für Unternehmen und Behörden gilt übrigens: Die meisten Attacken werden von ehemaligen IT-Mitarbeitern gestartet, die sich nach der Entlassung rächen wollen. Sie können in der Regel leicht in die ihnen bekannten Systeme eindringen, weil niemand die Passwörter geändert hat.