La-Ola-Wellen, Feuerwerk, Sprechchöre, begeisterter Applaus. In der Mercedes-Benz-Arena herrschte am Sonnabendnachmittag beste Stimmung. Rund 12 000 Zuschauer waren gekommen, um das Weltmeisterschaftsfinale des Computerspiels „League of Legends“ mitanzusehen. Zwei Teams aus Korea traten gegeneinander an, um neben den Weltmeistertitel auch eine knappe Million Euro zu gewinnen.

Die Eintrittskarten für das Finale waren schon lange im Vorfeld und innerhalb von 90 Sekunden ausverkauft. Für die Fans hat es sich gelohnt, denn ihnen wurde eine Menge geboten. Neben zahlreichen Lichtshows, Feuerwerk und epischer Musik wurde das Spiel selbst durchweg von Experten nahezu ekstatisch kommentiert. Zwischen den einzelnen Partien gab es zahlreiche Interviews. Am wichtigsten aber war die Atmosphäre, die allein durch die zahlreichen Fans entstehen könne, sagte Ronald Rapid. Rapid war einer von ihnen, er reiste extra aus den Niederlanden nach Berlin. „Jeder hier kennt das Spiel und weiß, was die Profis da machen.“ Hier stoße er nicht auf fragende Gesichter. Allein dafür hätten sich die 60 Euro gelohnt, die er für das Ticket habe zahlen müssen, sagte Rapid.

In der Arena saßen die Spieler in der Mitte auf einer Bühne vor ihren Bildschirmen. Bevor die erste Partie startete, wurde jeder Spieler ausführlich vorgestellt und frenetisch gefeiert. Die Zuschauer konnten das Match dann über vier gewaltige Leinwände, die von der Decke hingen, verfolgen. Neben den Zuschauern vor Ort schauten sich auch Millionen Menschen weltweit das Spektakel via Live-Streams an.

Wie in anderen Sportarten auch sind auch die Spieler der Finalteams keine Amateure, sondern leben vom Computerspielen. Gesponsert werden sie von diversen Elektronik-, Spiele- und Softwareunternehmen wie Origin, SK Telecom oder Twitch. Coaches trainieren die Spieler das ganze Jahr über. Oft beginnt eine Profilaufbahn schon mit 17 Jahren. Mit 23 sind die meisten Spieler dann schon zu alt, und hängen ihre Karriere an den Nagel, wie Fabian Mallant sagt. Der 22-Jährige war selbst früher aktiver Spieler, gründete dann ein Team und wurde später dessen Coach.

Team SK Telecom siegt mit 3:1

Bei „League of Legends“, das vor allem in Asien sehr beliebt ist, treten zwei Teams mit je fünf Spielern gegeneinander an. Jeder der Spieler steuert eine zuvor ausgewählte Spielfigur. Beide Mannschaften haben ein Hauptquartier. Wird es zerstört, haben sie verloren. Während des Kampfes sammeln die Spielfiguren Gold, mit dem sie sich Gegenstände kaufen können, sowie Erfahrung, durch die sie stärker werden. Im Finale hat das Team gewonnen, was als erstes drei Spiele für sich entscheidet.

Das favorisierte Team SK Telecom gewann die ersten beiden Spiele ohne Probleme. Dennoch waren die meisten Fans auf Seiten des Außenseiter-Teams Koo Tigers. Als dieses die dritte Partie für sich entschied und auf 2:1 verkürzte, war der Jubel groß. „Koo, Koo, Koo“-Rufe erfüllten die Arena immer wieder. Am Ende half all das Anfeuern nichts. Die Koo Tigers verloren doch relativ deutlich mit 3:1 gegen das Team SK Telecom. Die Fans waren am Ende aber auch damit zufrieden. Denn bei der Pokalübergabe jubelten sie auch den Gewinnern lautstark zu.