Mainz - Wo ist die Gefahr am größten, sich mit Sars-CoV-2 anzustecken? Das wollen viele wissen, seitdem im Herbst die Zahl der offiziell gemeldeten Infektionsfälle wieder nach oben gegangen ist. Wie gefährdet ist man im Büro, bei der Familienfeier, der Chorprobe oder im Unterricht? Das haben sich Forscher des Max-Planck-Instituts für Chemie (MPIC) in Mainz und des Cyprus Instituts auf Zypern gefragt. Sie haben eine Studie dazu veröffentlicht und einen einfachen Risikorechner entwickelt, um die Wahrscheinlichkeit von Infektionen in Innenräumen zu berechnen – abhängig von verschiedenen Bedingungen.

Die Forscher gehen dabei von der These aus, dass neben Tröpfchen und dem direkten Kontakt auch Aerosolpartikel bei der Übertragung von Coronaviren eine wichtige Rolle spielen. „Aerosole entstehen beim Atmen, Husten oder Niesen, aber auch beim Reden und Singen“, heißt es in der Mitteilung des Instituts. „Anders als Tröpfchen fallen sie nicht schnell zu Boden, sondern können längere Zeit in der Luft bleiben und sich im ganzen Raum verteilen.“ Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Aerosol-These anerkannt. Sogenannte Superspreading-Ereignisse bei Chorproben, Kirchenveranstaltungen und Familienfeiern erhärteten die These, dass in Innenräumen, in denen viele Menschen längere Zeit zusammen sind, die Gefahr besonders groß ist, sich auch über Aerosole mit dem Coronavirus anzustecken.

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