Seit Wochen läuft die Entwicklung einer Corona-Aufklärungs-App.  
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BerlinAuch wenn die Corona-App noch nicht auf dem Markt ist, so geht die Diskussion um die Einführung des neuen Tools weiter. Mario Brandenburg, Digital-Experte in der FDP-Bundestagsfraktion, warnte vor einer Vorinstallierung der App auf dem Smartphone. Der Vorsitzende der Jungen Union, Tilman Kuban, hatte dafür plädiert, dass die Nutzer die App nicht herunterladen müssten, sondern sie direkt auf die Geräte aufgespielt werde.

Durch Freiwilligkeit selbstbestimmter Umgang mit Daten

Brandenburg betonte im Gespräch mit der Berliner Zeitung die Freiwilligkeit bei der Installierung der App. „Die Menschen wollen gerne helfen, deshalb sollte man ihnen die Möglichkeit nicht nehmen, selbstständig handeln zu können“, sagte der technologiepolitische Sprecher der FDP-Fraktion. Durch Freiwilligkeit könne man den Menschen zeigen, wie sie in Europa selbst über den Umgang mit ihren Daten bestimmen können. „Das könnte einen riesigen Lerneffekt haben“, sagte Brandenburg.

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Seit mehreren Wochen ist Chris Boos, Unternehmer aus Hessen und einer der führenden Forscher des Projektes, damit beschäftigt, eine App zu entwickeln, mit der die Bürger informiert werden sollen, wenn sie sich in der Nähe einer infizierten Person aufgehalten haben. Die infizierte Person meldet sich, dann werden die Smartphones informiert, die in der relevanten Zeit seiner Nähe waren.

Von Wissenschaftlern wird diese Methode als sehr hilfreich bezeichnet, weil mit ihrer Hilfe die Kette der Infizierung leichter unterbrochen werden könnte. An der Entwicklung sind auch das Robert-Koch-Institut und das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut beteiligt.

Entwickler wollen Daten anonymisiert verarbeiten

In den USA hatten Google und Apple über Ostern beschlossen, gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten, bei dem auch die Bluetooth-Technologie zum Einsatz kommt. Sie soll Staaten und Gesundheitsbehörden dabei zu helfen, die Verbreitung des Virus einzudämmen. Im Mai soll das Ergebnis vorgestellt werden. Das Datum macht deutlich, wie ambitioniert der Plan von Boos ist. Er will mit seiner Entwicklung spätestens am 19. April fertig sein.

Sowohl die Entwickler in Deutschland als auch die US-Konzerne haben angekündigt, dass die Daten anonymisiert verarbeitet werden sollen.