Die App sollen Nutzer freiwillig auf ihr Smartphone laden.
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Spätestens nach Ostern, so hieß es noch vor ein paar Tagen, sollte die Corona-App startklar sein und in Deutschland eingesetzt werden können. Doch Eco, der Verband der Internetwirtschaft, geht nun von einem deutlich späteren Termin aus. „Die App wird frühestens Ende April veröffentlicht werden“, lautete die Antwort auf eine Anfrage der Berliner Zeitung.

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Noch sollen die Testreihen mit Bundeswehrsoldaten laufen, dann müsste die App vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zertifiziert werden, hieß es bei dem Interessenverband, der die Einrichtung einer Taskforce angeregt hat. Dort sollen Verbände und Ministerien zusammenarbeiten, um ein gemeinsames Vorgehen und eine einheitliche Kommunikation zu koordinieren.

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System arbeitet anonymisiert

Die App sollen Nutzer freiwillig auf ihr Smartphone laden. Sie alarmiert den Besitzer dann, wenn er sich in der direkten Umgebung einer Person aufgehalten hat, die erwiesenermaßen positiv auf den Coronavirus getestet worden ist. Die App soll den strengen datenschutzrechtlichen Standards entsprechen. Ein Verbund von Konzernen und Universitäten aus Europa arbeitet nach eigenen Angaben mit 130 Mitarbeitern an der technischen Umsetzung. Beteiligt an dem Projekt sind auch das Robert-Koch-Institut und das Heinrich-Hertz-Institut.

Hat man die App installiert, sendet das Smartphone regelmäßig per Bluetooth eine elektronische Kennung. Gleichzeitig empfängt die App fremde Signale anderer Smartphonebesitzer, die sich in der Nähe befinden. Das System arbeitet anonymisiert. Die Daten sollen nach einiger Zeit gelöscht werden.

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Das System nennt sich PEPP-PT, was für „Pan European Privacy Protecting Proximity Tracing“ steht. Frei übersetzt also ein paneuropäisches Nachverfolgungssystem, das zugleich die Privatsphäre schützt. PEPP-PT soll in Übereinstimmung mit der Datenschutz-Grundverordnung stehen und auch bei Reisen ins Ausland einen anonymen Austauschmechanismus ermöglichen.