Die Corona-Warn-App (Symbolfoto)
Foto: imago/Rainer Droese

BerlinDie Corona-Warn-App des Bundes stößt bei den Menschen in Deutschland auf eine überraschend hohe Resonanz. Seit ihrem Start am Dienstagmorgen haben nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums über 6,4 Millionen Nutzerinnen und Nutzer die App heruntergeladen. 

„Das sind weit über sechs Millionen Gründe, warum das Coronavirus künftig weniger Chancen hat“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Jeder einzelne, der die App nutze, mache einen Unterschied. „Dieser starke Start sollte noch mehr Bürger motivieren, mitzumachen. Denn Corona eindämmen, das ist ein Teamspiel.“

Infektionsketten via Bluetooth-Technologie leichter nachverfolgen

Die Corona-Warn-App kann seit Dienstag heruntergeladen werden, die Bundesregierung wirbt eindringlich für die Nutzung. Die Anwendung soll das Nachverfolgen von Corona-Infektionen leichter und schneller machen.

Die App zeichnet mit der Bluetooth-Technologie auf, wann und wie lange sich jemand in der Nähe eines anderen Smartphone-Nutzers aufgehalten hat, der ebenfalls die App aktiviert hat. Ist ein Nutzer positiv getestet worden und hat dies in der App geteilt, meldet sie nachträglich anderen Anwendern, dass sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben. Dann kann man sich freiwillig – auch ohne Symptome – auf Kassenkosten testen lassen. Kontaktdaten werden nicht zentral gespeichert, sondern nur jeweils auf den Smartphones.

So funktioniert die Corona-Warn-App.

Video: YouTube/Chip

Virologe Drosten setzt Hoffnungen in neue Corona-App

Der Virologe Christian Drosten verspricht sich laut dpa von der neuen staatlichen Corona-Warn-App einen „guten Effekt“ auch im Fall von relativ niedrigen Nutzerzahlen. Selbst dann könne „an vielen Stellen ein entscheidender Unterschied“ erzielt werden, sagte der Wissenschaftler von der Charité in Berlin am Dienstag im NDR-Podcast.

Die App sei ein „entscheidend wichtiges Werkzeug“, um die Zahlen niedrig zu halten. Bei der Suche nach Kontakten eines Infizierten komme es schließlich vor allem auf Geschwindigkeit an: Müssten da erst Telefonketten losgehen, gehe wichtige Zeit verloren, sagte er.