Etwa 176 Millionen Menschen haben die Warn-App inzwischen heruntergeladen, in Straßenbahnen funktioniert sie allerdings nur eingeschränkt.
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BerlinIrische Forscher haben herausgefunden, dass die Corona-Warn-App in Straßenbahnen nur eingeschränkt funktioniert, die Erkennung des Mindestabstands funktioniert nicht einwandfrei. Die App kann deshalb aus der Signalstärke in der Bahn nicht schließen, wie weit das sendende Smartphone von einem anderen Gerät entfernt ist. „So gehen der Corona-Warn- App viele Fälle durch die Lappen, bei denen eine Person einer anderen zu lange zu nah gekommen ist“, heißt es bei heise.de.

Für die Studie arbeiteten die Forscher mit sieben Testpersonen und gaben ihnen jeweils ein Google-Pixel-2-Smartphone. Die Personen nahmen daraufhin in der Straßenbahn vereinbarte Positionen ein und bewegten sich wie abgesprochen. Außerdem wurde ein gemeinschaftlicher Wlan-Hotspot verwendet. So sollten die Parameter kontrollierbar einheitlich und nachvollziehbar gemacht werden.

Verglichen wurden internationale Angebote: Sowohl bei der Anwendung der deutschen als auch der schweizerischen Regeln für ihre jeweiligen Warn-Apps sei laut Studie kein Abstandsalarm erfolgt. Bei Anwendung der italienischen Erkennungsregeln habe es zwar 50 Prozent richtig erkannte Fälle, aber auch 50 Prozent falsche Alarme gegeben. Heise.de zitiert das harte Fazit der Forschergruppe um Douglas J. Leith und Stephen Farrell von der Schule für Computerwissenschaften und Statistik des Trinity College in Dublin: Eine zufällige Auswahl der Fahrgäste hätte eine ähnliche Trefferrate ergeben, ganz ohne digitale Datenerhebung. Als Begründung für die Ungenauigkeiten wurden die metallenen Strukturen der Straßenbahnen genannt.