BerlinDie Kritik an der Corona-Warn-App lässt nicht nach, auch wenn die Betreiber weiter versuchen, die App zu verbessern. Viele Menschen nutzen die App nicht, weil sie sie für untauglich halten im Kampf gegen die Pandemie. Das geht aus einer bundesweiten Umfrage im Auftrag des Staatsministeriums Baden-Württemberg hervor. Darin gaben 33 Prozent der Nichtnutzer an, dass die App nichts bringe. „Das zeigt, wie wichtig es ist, dass wir die Funktionalität erhöhen“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). 

Das Kontakt-Tagebuch soll in Zukunft helfen, die Rückverfolgung der Begegnungen der jeweils zurückliegenden 14 Tage zu erleichtern. Wer die aktuelle Version 1.10 herunterladen möchte, kann dies als iPhone-Nutzer ab sofort im App-Store manuell erledigen. Wegen der hohen Download-Zahlen der App steht das Rollout in Wellen bereit. Der Google Play Store bietet zwar keine Möglichkeit, ein manuelles Update anzustoßen. Android-Nutzern soll die neue App-Version aber innerhalb von 48 Stunden nach der Veröffentlichung zur Verfügung stehen, kündigten die Entwickler in ihrem Blog zur Corona-Warn-App an.

Nach erfolgtem Update erscheint beim Öffnen der App das neue Kontakt-Tagebuch. Um die Begegnungen der vergangenen zwei Wochen einzutragen, werden die entsprechenden Kontakte über den blauen Button (+ Person) aus dem persönlichen Telefonbuch übertragen. Zusätzlich können auch Zeitraum und Ort festgehalten werden.

In die Eingabefelder können auch Spitznamen oder eigene Ortsbezeichnungen eingetragen werden. Hiervon raten die App-Entwickler allerdings ab, da dadurch gegebenenfalls eine nachvollziehbare Verfolgung der Infektionskette erschwert oder gar nicht möglich wird. Hat man wiederholt Kontakt zu bestimmten Menschen oder besucht man einen Ort mehrfach, muss dies nicht ein zweites Mal angegeben werden, sondern lässt sich einfach aus der Liste auswählen.

Wer positiv auf das Coronavirus getestet wurde, kann die Daten aus dem Kontakt-Tagebuch an das Gesundheitsamt schicken. Das funktioniert folgendermaßen: Durch das Antippen des Symbols am oberen rechten Rand auf dem Smartphone-Bildschirm öffnet sich ein Menü mit der Funktion „Einträge exportieren“ und es erscheint eine Kontaktliste der zurückliegenden 14 Tage. Deren Versand funktioniert per Mail, WhatsApp, iMessage oder SMS. Das Eintragen und die Datenweitergabe an das Gesundheitsamt sind aber rein freiwillig, betonen die Entwickler.