Berlin - Zur Erinnerung für alle Gamer, die sich noch an Spiele wie „Ninja Gaiden“ oder „Mega Man“ erinnern – sie waren so höllisch schwierig, dass sie in den 1980er- und frühen 1990er-Jahren Spielefans schier verzweifeln ließen. In den 2-D-Hüpfspielen rannte die Spielfigur von links nach rechts, sie sprang über Plattformen oder Fallen und musste Unmengen von Gegnern aus dem Weg räumen. Eine riesige Herausforderung, aber auch ein riesiger Spaß. Und so funktioniert auch „Cyber Shadow“.

In diesem Spiel übernehmen die Spieler die Rolle eines Ninja, also eines besonders ausgebildeter Kämpfers, der sich mit einem Katana-Schwert bewaffnet einer künstlichen Lebensform in den Weg stellt. Diese droht, die ganze Welt zu vernichten. Es geht, wie in herausragenden Computerspielen üblich, also nicht um irgendwelche Kleinigkeiten. Es geht um das Große und Ganze. Es geht eben darum, die Welt zu retten. 

Wie es sich für ein ordentliches Retro-Spiel gehört, ist die Grafik sehr minimalistisch und klotzig gehalten. Auch die grellen Farben erinnern eher an die Anfangszeit der Computerspiele und weniger an die Möglichkeiten, die das 21. Jahrhundert inzwischen bietet. Auch Sound und Musik erinnern an die Zeiten, in denen die Nintendo-NES-Konsole und der Commodore-C64-Computer die Kinderzimmer beherrschten.

Die jungen Menschen trugen damals noch Kleidungsstücke mit Schulterpolstern, drehte am Zauberwürfel, wenn sie eine Pause am Computer machen wollten, hörten dazu Musik von Duran Duran oder Depeche Mode aus dem Walkman. Von solchen Erinnerungen berichten ältere Spieler im Netz, nachdem sie „CyberShadow“ ausprobiert hatten. 

Der teils hohe Schwierigkeitsgrad alter 8-Bit-Hüpfspiele ist legendär und auch „Cyber Shadow“ ist dahingehend eine echt harte Nuss. Timing ist das A und O: Wer Gegnern nicht rechtzeitig ausweicht oder im richtigen Moment von einer Plattform springt, ist schneller erledigt, als er „Joystick“ sagen kann. Dies ist kein Spiel für Menschen mit niedriger Frustrationsgrenze.

Immerhin: Die eigenen Waffen können für einen bestimmten Zeitraum verbessert werden. So kann der Ninja zeitweise mit Wurfsternen aus Feuer werfen. Es ist auch möglich, dass die Reichweite des Schwertes sich erhöht.

Was dem Kritiker des englischsprachigen Magazins PCGamer noch auffiel: Die Technik hilft dem Spieler, kurze, thematisch verwandte Abschnitte zu definieren. So ist es leichter, einen Rhythmus zu finden, egal, wo sich der Spieler gerade bewegt, also durch säurebedeckte Abwasserkanäle stürmt, in den Untergrund abstürzt oder versucht, irgendwo hochzuklettern. Was von Vorteil ist: Misserfolge werden nicht bestraft. Die Punktezahl geht nach dem Tod nicht verloren. Es ist ein Ansatz, der ermutigt, Risiken einzugehen, neue Ansätze auszuprobieren und zu experimentieren.

„Cyber Shadow“ erscheint für PC, Mac, Nintendo Switch, Playstation 4 und Xbox One.