Die Galaxy Watch von Samsung.
Foto: imago images

BerlinSeit Jahren gibt es die Smartwatches, die massigen Digitalgeräte fürs Handgelenk, aber bis heute weiß ich nicht wirklich, warum man diese Teile braucht. Okay, Fitnesshelden können so ihre körperliche Aktivität ermitteln, bargeldloses Bezahlen klappt auch immer häufiger und über das Wetter in den nächsten Stunden wird man zuverlässig informiert. Aber sonst?

Ich war mir nicht sicher. Und deshalb sehr froh, dass Samsung ein Angebot speziell an Journalisten richtete, die die neue Galaxy Watch   für ein paar Wochen testen durften. Ich erhielt das Bluetooth-Gerät, das mit dem Smartphone gekoppelt werden muss. Optisch durchaus gelungen, denn die Galaxy Watch sieht im Vergleich zur Apple Watch tatsächlich wie eine runde, klassische Armbanduhr aus. Die Auswahl der Ziffernblätter gefiel mir auch. Besonders gut gelungen die Funktion, die mich daran erinnerte, dass ich mich bewegen sollte, wenn ich zu lange am Schreibtisch gesessen hatte. Und mich feierte, wenn ich es getan hatte.

Was mich aber anstrengte: Sowohl Smartphone als auch Digitaluhr saugen viel Energie, man muss also ständig an das Aufladen denken und eine Steckdose im Blick haben. Vor allem, wenn man es gewohnt ist, eine batteriebetriebene Armbanduhr zu tragen, ist das sehr ungewohnt. Blöd auch, dass es nicht so einfach war, die Einstellungen vorzunehmen, selbsterklärend geht anders. Und damit alles funktionierte, musste ich gefühlt eine Tonne von Daten freigeben. Auch nicht nett.

Lohnt es sich?

Nach ein paar Wochen endete das Experiment. Ich war ratlos, es gab etliche Pros und Cons. Keine gute Basis, um mehr als 200 Euro auszugeben.

Aber wie immer im Leben gibt es mehr als zwei Lösungsmöglichkeiten. In meinem Fall war es so, dass die Batterie meiner klassischen Armbanduhr ausgetauscht werden musste und der Händler im Laden mich auf eine Neuerung in der Kollektion aufmerksam machte. „Swatch Pay“ heißt das Gerät des Schweizer Uhrenherstellers, der bekannt dafür ist, sein Angebot auf das Notwendigste zu reduzieren.

In diesem Fall liefert die neue Uhr die genaue Zeitangabe und ermöglicht dem Träger, kleinere Beträge bargeldlos zu bezahlen, bei größeren Summen muss der Vorgang mit einer vierstelligen Pin bestätigt werden. Was einmalig ist: Bezahlen geht auch noch dann, wenn die Batterie der Uhr leer ist, weil der verbaute NFC-Chip ohne Aufladen auskommt. Die digitalen Sicherheitsstandards wurden offensichtlich auch eingehalten.

Könnte sein, dass die Zeit reif ist und die Uhr auf meinem Wunschzettel landet. Bleibt nur noch die Frage, was eigentlich tun mit dem Kleingeld, wenn in einem Geschäft das bargeldlose Zahlen nicht möglich ist und das traditionelle Portemonnaie ausrangiert wurde? Zum Glück muss ja nicht immer alles umgehend geklärt werden. Gut, dass es im kommenden Jahr auch noch ein Weihnachtsfest gibt.