China warnt vor Deepfake-Technologien hin, mit denen Bilder oder Videos geschickt manipuliert werden könnten.
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PekingNeue Regeln in China verbieten bald allen Online-Video- und Audio-Anbietern die Veröffentlichung von „Falschinformationen“, die mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz oder Virtual Reality geschaffen wurden.

Die am Freitag von der zuständigen Behörde erlassene Vorschrift untersagt Anbietern und Nutzern von Online-Nachrichten oder Audiodiensten den Einsatz derartiger Technologien, um „Fake News“ im weitesten Sinne zu kreieren oder zu verbreiten. Die neue Regelung soll am 1. Januar in Kraft treten.

Als „Fake News“ gelten demnach neben der bewussten Fehlinterpretation von Fakten auch Fehler oder Parodien - auch diese müssen künftig deutlich mit Warnhinweisen gekennzeichnet sein. Verstöße gegen die Anordnung könnten als Vergehen geahndet werden, erklärte die Cyberspace-Behörde, ohne dies näher zu erläutern.

Nationale Sicherheit könnte beeinträchtigt werden

Die Behörde weist insbesondere auf die Gefährlichkeit von sogenannten Deepfake-Technologien hin, mit denen Bilder oder Videos so geschickt manipuliert werden, dass sie wie echt wirken: Diese Technologien könnten „die soziale Ordnung stören, die Interessen Dritter verletzen, politische Risiken heraufbeschwören sowie die nationale Sicherheit und gesellschaftliche Stabilität beeinträchtigen“, erklärte sie.

Im vergangenen September sorgte die chinesische Smartphone-App Zao für Aufsehen, mit deren Hilfe Nutzer ihre Porträtfotos in Filme und Fernsehshows montieren können. Die App löste heftige Debatten über den Missbrauch von Deepfake-Technologien aus.