Schaut her, ich habe neue Schuhe! Seht her, ich bin vor dem Hotel, in dem Lady Gaga übernachtet! Das müsst ihr sehen: Ich habe trainiert und habe jetzt einen tollen Body, mein Bizeps ist jetzt echt klasse!

Wie auch im richtigen Leben gibt es in der virtuellen Welt Verhaltensweisen und Charaktere, die nerven können: Wer soziale Netzwerke als Bühne für die Selbstinszenierung nutzt, macht sich im virtuellen Freundeskreis schnell unbeliebt.

Das zumindest meldet das unabhängige DSL-Vergleichsportal Schlaubi.de. Das Portal hat nach eigenen Angaben das Online-Verhalten der Deutschen ermittelt. 1829 erwachsene Nutzer sozialer Netzwerke wurden befragt.

Die Teilnehmer sollten Statusmeldungen und Aktivitäten nennen, die sie als besonders lästig empfinden; Mehrfachantworten waren dabei möglich. Die Auswertung aller Antworten ergab folgende Top Ten von Nutzertypen, deren Statusmeldungen und Verhaltensweisen in sozialen Netzwerken nerven:

1. Die Möchtegern-Philosophen

Sie stellen gerne kryptische Aussagen, Lebenszitate und Sprüche oder auch tiefsinnige Einzeiler in den Raum, deren Inhalt unverständlich ist und nur dazu dient, Aufmerksamkeit zu erhaschen; könnten daher auch als ‚philosophierende Rampensau‘ bezeichnet werden.

2. Die Einchecker

Feierbiester und Jetsetter, die meinen, den gesamten Freundeskreis wissen lassen zu müssen, wo sie sich gerade amüsieren. Das Tumblr-Blog Rich Kids of Instagram gibt sehr schöne Einblicke zur Luxusvariante dieses Typs.

3. Die Selfie-Junkies

Bedienen sich zur Selbstinszenierung des Selfies in allen Lebenslagen und sind sich für keinen noch so peinlichen Schnappschuss zu schade. Immer auf der Jagd nach noch mehr Likes.

4. Die stolzen Eltern

Frisch gebackene Mamas und Papas, die jede noch so banale Neuigkeit und jedes Foto vom Nachwuchs teilen.

5. Die Spiel-Enthusiasten

Online-Spieler, die den Freundeskreis permanent mit Spielanfragen und Updates zu Candy Crush Saga, Farmville, Quizduell & Co. überschwemmen.

6. Die Gefühls-Exhibitionisten

Gefühlsmenschen, die ihre aktuelle Stimmungslage mit der ?ffentlichkeit teilen und intime Gedanken und Details preisgeben, die lieber unter vier Augen bleiben sollten.

7. Die Dauer-Onliner und Alles-Kommentierer

Nutzer, die im Minutentakt scheinbar wahllos posten und jede neue Meldung sofort kommentieren, den Finger immer am ‘Gefällt mir’-Abzug. Sie sind einfach nie offline.

8. Die Promoter

Übereifrige, die spamverdächtig wahllos und unermüdlich alle und jeden zu irrelevanten Veranstaltungen einladen oder schamlos die Werbetrommel in eigener Sache rühren.

9. Die Fitness-Freaks

Sportbegeisterte, die ihrem Freundeskreis minutiös über jeden gelaufenen Kilometer und jede verbrauchte Kalorie berichten – selbst aus dem Urlaub.

10. Die Foodpornografen

Nach dem Motto "sattsehen statt satt essen" wird vom Frühstück bis zum Abendessen jede Mahlzeit fotografisch dokumentiert und gefeiert.

Nervige Statusmeldungen und Verhaltensweisen führen laut Umfrage bei 38 Prozent der Befragten dazu, dass sie soziale Medien weniger nutzen; immerhin 21 Prozent denken über eine Löschung ihres Kontos nach oder haben dies bereits getan.

Weitere 27 Prozent gaben allerdings an, sich bereits in Abstinenz vom virtuellen Freundeskreis versucht zu haben, aber schnell wieder rückfällig geworden zu sein: Drei Tage haben sie es im Schnitt ausgehalten, bevor sie wieder in sozialen Medien unterwegs waren.

Einen Tipp haben wir für alle Meckerer: Blenden Sie die nervigsten "Freunde" doch einfach aus. (red.)