Pushmeldung bei Kontakt mit Virusträgern - so soll die Warn-App funktionieren.
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BerlinNa bitte, geht doch. Nach tagelanger Diskussion um die Corona-Warn-App hat die Bundesregierung die Reißleine gezogen. Nun werden die Daten doch nicht, wie eigentlich geplant, zentral gespeichert.

Stattdessen sollen sie da bleiben, wo sie hingehören: auf den Handys der Nutzerinnen und Nutzer.  Die App soll freiwillig auf die Endgeräte heruntergeladen werden und das bitte massenhaft. Denn nur, wenn möglichst viele Handybesitzer mitmachen, kann die Warn-App bei der Nachverfolgung von Infektionsketten helfen.

Das aber werden sie nur tun, wenn ihre Daten einigermaßen sicher sind. In den vergangenen Tagen haben immer mehr Datenschützer, Wissenschaftler und Politiker Kritik  an der geplanten Vorgehensweise geübt und damit wohl letztlich die Kehrtwende bewirkt. Gut so.

Allerdings hat man mit dem unnötigen Hin und Her weitere wertvolle Zeit verschwendet. Die App soll ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zurück in ein halbwegs normales gesellschaftliches Leben sein – wenn die Bluetooth-Technologie wirklich so gut funktioniert wie angenommen wird. Sie sollte deshalb ohne Verzögerung weiterentwickelt werden. Und ohne Zusatzfunktionen, wie sie Jens Spahn in einem Tweet von Sonntag leider angedeutet hat. Damit macht er einen weiteren Konflikt auf, den in der jetzigen Situation niemand braucht. Am wenigsten die Bundesregierung.