Wie ist das mit der Ausbreitung der Viren - und welchen Einfluss hat moderne Technik? Darum geht es im Scrolly-Telling-Projekt der Studenten. 
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BerlinSeit Monaten wird über eine Corona-Warn-App diskutiert. In manchen Kommentaren klingt es so, als würde die App Wunderdinge leisten und die Infizierungen in Deutschland stoppen können. Doch so einfach ist es nicht. Zwei Studenten aus Berlin haben deshalb ein visuelles Projekt gestartet, in dem sie erklären, was die App wirklich kann, wo Gefahren liegen und weshalb sie trotzdem hilfreich sein wird. 

Der Link zum Scrolly-Telling-Projekt hier

Die Arbeit begann Anfang April, auch Fidel Thomet (26) und Thomas Haas (25) hatten nach dem Lockdown viel Zeit, die sie sinnvoll nutzen wollten. Haas hatte Erfahrung im Schreiben von Texten, Thomet ein Gespür für Interaction-Design, beide studieren an der FH in Potsdam „Urbane Zukunft“.

Dann legten sie los, überlegten, wie sie die komplizierte Technik des Tracings und der Daten-Übermittlung erklären könnten. „Tracing“, heißt es in dem Text, „bedeutet also die möglichst lückenlose und schnelle Erkennung von Infektionen.“ Etwas genauer: Es geht bei der App um Contact-Tracing, also Umgebungsuntersuchung. Personen, die sich in der Nähe von infizierten Personen aufgehalten haben, sollen per App informiert werden, um dann Schutzmaßnahmen einleiten zu können. Das alles passiert auf Basis der Bluetooth-Technik, die in modernen Smartphones zur Grundausstattung gehört.

Thomas Haas und Fidel Thomet (rechts) haben sich für die moderne Erklärmethode entschieden.
Fotos: Privat

Die beiden in Potsdam studierenden Männer erwähnen in ihrem Projekt auch eine Studie der Universität Oxford.  Sie kommt zu dem Schluss, dass die Reproduktionszahl mit Hilfe einer Tracing-App dauerhaft unter den Faktor eins gesenkt werden könnte. Thomet und Haas holten sich zudem fachliche Unterstützung, so gehörte der IT-Professor Gerd Beuster zu den Beratern, als es um die Beschreibung der Tracing-Technologie ging.

Ende Mai war das Projekt aus Texten, Zahlen und interaktiven Grafiken dann fertig. Zunächst veröffentlichten die Studenten ihr Ergebnis bei Twitter. Das Ergebnis zog weitere Kreise, fand viel Zustimmung. Deshalb erscheint es auch auf der Webseite der Berliner Zeitung.   

Die App soll in der kommenden Woche der Öffentlichkeit vorgestellt werden, auch Haas will sie herunterladen und nutzen: „Weil ich mich so selbst schützen und der Gesellschaft helfen kann“, lautet seine Begründung.